Swiss E-Health Summit - Podium

"Innovation ist stets ein Schritt ins Unbekannte"

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Am 21. und 22. September 2017 findet im Lausanner Swisstech Convention Center der Swiss E-Health Summit statt. Die Redaktion hat Referent Bob Siegerink, Leiter der Arbeitsgruppe ­Clinical Epidemiology and Health Services Research In Stroke am Centrum für Schlaganfallforschung Berlin, zu den Themen befragt, welche die Gesundheitsbranche momentan beschäftigen.

Bob Siegerink, Leiter der Arbeitsgruppe Clinical Epidemiology and Health Services Research In Stroke am Centrum für Schlaganfallforschung Berlin. (Bild: zVg)
Bob Siegerink, Leiter der Arbeitsgruppe Clinical Epidemiology and Health Services Research In Stroke am Centrum für Schlaganfallforschung Berlin. (Bild: zVg)

Das Motto des diesjährigen Summits ist «Healthcare meets Innovation». Was verstehen Sie darunter?

Bob Siegerink: Viele, wenn nicht alle grossen Schritte in ­Medizin und Pflege kamen und kommen immer noch von Ärzten oder Patienten, die Verbesserungspotenzial sehen. Der nächste Schritt besteht dann in einer neuen Idee, wie diese Verbesserung umgesetzt werden kann. Manchmal ist das die Idee eines einzelnen, brillanten Arztes. Manchmal arbeitet ein ganzes Feld zusammen. Dies kann sukzessive oder sprunghaft geschehen. Aber stets ist es ein Schritt ins Unbekannte. Das verstehe ich unter Innovation.

Welchen Nutzen bringt Big Data der Medizin?

Ich bin mir nicht sicher, inwieweit die Medizin selbst davon profitieren kann. Medizin wird hauptsächlich von dem angetrieben, was zwischen Patient und Arzt geschieht. Big Data – mit all dem Rauschen und den kleinen Auswirkungen – dürfte hier keine grosse Rolle spielen. Allerdings könnten andere Felder wie die öffentliche Gesundheit – wo kleine Schubser erhebliche Konsequenzen haben können – davon stark profitieren. Wenn auch bei einer beschränkten Zahl von Themen.

Wie ist das Schweizer Gesundheitswesen gegen ­Cyberbedrohungen aufgestellt?

Eine grosse Cyberbedrohung liegt meiner Meinung nach in der Verbindung von Pflege und Forschung. Forscher wollen Studiendaten mit klinischen Daten zusammenführen. So wollen sie das relativ offene Forschungsumfeld mit dem relativ geschlossenen Gesundheitswesen verknüpfen. Es wird eine grosse Herausforderung für uns sein, diese Datenquellen gleichzeitig nutzbringend und sicher zu vereinen.

Was sind für Sie die wichtigsten Trends im ­Schweizer E-Health?

In vielen Fällen wissen wir, wie wir die Beschwerden mit den stärksten Auswirkungen auf unser Wohlbedingen verhindern oder behandeln können. Das Problem liegt allerdings häufig darin, die Behandlung zum Individuum zu bringen. Telemedizin und mobile Medizin werden wichtige Wege sein, um die passende Therapie in alle Ecken der Welt zu bringen. Die Verbesserung der Therapietreue bei chronischen Beschwerden ist ein weiteres Feld, in dem viele Leben gerettet werden können.

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