Mehr als 460 Beschwerden

Seco verklagt Luxstyle und Viagogo

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Das Seco hat Zivilklagen gegen zwei Unternehmen eingereicht, die "intransparente Internetseiten" anbieten. Eines davon ist aus der Schweiz.

(Source: Sebastian Duda / Fotolia.com)
(Source: Sebastian Duda / Fotolia.com)

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat am 21. September beim Handelsgericht des Kantons Zürich eine Klage gegen die Firma Viagogo mit Sitz in Genf eingereicht. Am 29. Juni klagte das Seco zudem beim Handelsgericht des Kantons Bern gegen das dänische Unternehmen Luxstyle. Die Zivilklagen bezwecken, den Anbietern "gewisse Geschäftspraktiken zu verbieten, welche nach Ansicht des Seco unlauter sind", schreibt die Bundesbehörde in einer Mitteilung.

Über 200 Beschwerden gegen Stylelux

Stylelux.ch missachte Transparenzbestimmungen im Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und Anforderungen, die in der Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen stehen. Es fehle zudem eine vollständige Zusammenfassung von Bestellungen und die Möglichkeit, diese zu korrigieren. Endpreise würden nicht korrekt angegeben und es mangle an Hinweisen auf mögliche Zollgebühren, Verzollungskosten und die Schweizer Mehrwertsteuer.

Das Seco erhielt laut eigenen Angaben über 200 Beschwerden aus der Schweiz gegen stylelux.ch und warnte bereits im Dezember 2016 vor der Website. Der Betreiber Lux International Sales Aps mit Sitz im dänischen Odense verkauft Kosmetikartikel. Die Firma liefere Waren ohne Bestellung aus und berechne Gebühren und Zollkosten, ohne auf sie hinzuweisen, sagt das Seco.

Über 260 Beschwerden gegen Viagogo

Mit der Klage gegen Viagogo will das Seco erreichen, dass die Ticket-Börse weltweit transparenter wird. Sie verlangt, dass Viagogo den tatsächlich zu bezahlenden Preis beziehungsweise den Endpreis der Tickets deklariert. Inklusive Mehrwertsteuer und andere nicht optionale Zuschläge wie Service- und Liefergebühren.

Das Seco will Viagogo zudem dazu verpflichten, auf seiner Website anzugeben, dass es sich um eine Plattform für den Wiederverkauf von Tickets handle. Viagogo soll es auch nicht mehr erlaubt sein, Druck auf Interessenten auszuüben und irreführende Ausdrücke wie "niedrige Preise" oder "keine Warteschlaufe" zu verwenden. In den vergangenen beiden Jahren erhielt das Seco laut eigenen Angaben über 260 Beschwerden gegen die Website, viele davon aus dem Ausland.

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