Grossbanken spannen für Blockchain zusammen
Mehrere Banken haben sich für die Erforschung der Blockchain zusammengetan. Die Beteiligten forschen am Blockchain-Hub der UBS in London. Die Banken nutzen die Ethereum-Blockchain und Microsoft Azure.
Mehrere Grossbanken und Finanzdienstleister haben eine Partnerschaft im Bereich der Blockchain geschlossen. Mit an Bord sind Barclays, Credit Suisse, KBC, Six, Thomson Reuters und UBS, wie die UBS in einer Mitteilung schreibt.
Umsetzung der MiFID II
Bei dem Projekt geht es um die Umsetzung der "Markets in Financial Instruments Directive II" (MiFID II) der EU mithilfe von Ethereum Smart Contracts. Die MiFID verlangt von den Banken einen individuellen Legal Entity Identifier (LEI). "Der Abgleich der Referenzdaten, die mit dem LEI jedes Rechtsträgers verbunden sind, beispielsweise Branchenklassifizierung, Kennungen und Daten der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), stehen im Fokus des Projekts, dabei soll der Prozess für alle Beteiligten gestrafft werden", heisst es in der Mitteilung.
Die Partner forschen am Blockchain-Hub Level39 der UBS in London. Die Partner wollen das Projekt mit Microsoft Azure umsetzen, wie es weiter heisst. Die spezifischen Referenzdaten der beteiligten Akteure werden gehasht. Die Quelldaten sollen daher nicht die beteiligten Institute verlassen, beschreibt die UBS den Prozess in der Mitteilung.
Umsetzung in Echtzeit
In der Etherium-Blockchain werden nur die gehashten Daten weitergeleitet. "Die Ethereum Smart Contracts gleichen dann die Daten mit dem Konsens ab und geben jedem Teilnehmer über eine Benutzerschnittstelle die Möglichkeit, seine eigenen spezifischen Daten in Echtzeit zu suchen und einzusehen", schreibt UBS weiter.
Aktuell laufen Tests mit 22'000 nicht sensiblen LEI-Referenzattributen für Aktienemittenten. Bis Ende Januar 2018 sollen die Tests abgeschlossen sein. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse soll der Rollout weiter voranschreiten. "Das Projekt ist insofern von grosser Bedeutung, als es die Vorteile der Blockchain in einen breiteren Kontext stellt als nur Clearing und Abrechnung. Die Nutzung von Blockchain für die Lösung realer regulatorischer Anforderungen auf kostengünstige Weise ist äusserst attraktiv", lässt sich Emmanuel Aidoo, Head of Blockchain Strategy bei der Credit Suisse, in der Mitteilung zitieren.
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