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Schlüsseltechnologien treiben die Digitalisierung voran

Uhr | Aktualisiert
von Peter Grütter, Präsident Asut

Medienberichte, Umfragen, Studien und Konferenzen zeigen: Der Begriff "digitale Transformation" hat Hochkonjunktur. Und er ist weitgehend positiv besetzt: Die Digitalisierung soll die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand des Landes für die Zukunft sichern. Dabei geht gerne vergessen, dass nur eine verlässliche und breit verfügbare Technologiebasis dem digitalen Höhenflug den nötigen Schub geben kann.

"Wer nicht digitalisiert, wird abgehängt", hat die "NZZ" neulich getitelt und meinte den etablierten Bankensektor, der zunehmend durch innovative Fintech-Start-ups ins Abseits gedrängt werde. Digitale Wunderkinder, branchenfremde Frechlinge, die scheinbar aus dem Nichts kommend altgestandene Branchen an den Rand des Ruins bringen – das ist heute schon fast ein Klassiker.

Dabei ist der Begriff "Digitalisierung", zumindest in der Schweizer Öffentlichkeit, noch recht jung. Ein Blick auf Google-Trends zeigt, dass er erst ab Mitte 2014 als Suchbegriff auftauchte, danach allerdings einen rapiden Anstieg verzeichnete. Gleichzeitig wissen wir alle, dass die Computertechnologie in der Schweiz auf eine über 50-jährige Geschichte zurückblickt. Von Mainframe und PC über programmierbare Maschinensteuerungen, von der Erfindung des World Wide Web am Cern bis hin zu Glasfasernetzen und mobilem Internet war die Schweiz von Anfang an dabei. Vielleicht war es den digital affinen Schweizerinnen und Schweizern paradoxerweise gerade deshalb lange gar nicht richtig bewusst, dass die digitale Revolution früheren industriellen Revolutionen in nichts nachsteht.

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbruch, den wir derzeit unter dem Begriff der Digitalisierung erleben, ist datengetrieben. Die Digitalisierung vernetzt die Menschen untereinander und mit ihrer Umwelt und sie macht nun auch den radikalen Informationsaustausch zwischen Dingen alltäglich. Es erstaunt heute niemanden mehr, wenn der Sonnenkollektor auf dem Dach mit dem Boiler im Keller kommuniziert. Und es ist allen klar, dass die datengetriebene, datenhungrige digitale Entwicklung innovative Köpfe, Unternehmensgeist und Investoren braucht, damit sie ihre Vorzüge und Stärken wirklich ausspielen kann.

Ohne technologisches Rückgrat keine Digitalisierung

Dabei droht vergessen zu gehen, dass die digitale Wirtschaft aber auch auf eine verlässliche und breit verfügbare Technologiebasis angewiesen ist – ja, dass sie ihre Versprechen ohne eine solche Basis nicht realisieren können wird. Erst die standardisierten und günstigen Cloud-Dienste von Amazon oder Microsoft, verbunden mit der grossen Anzahl von Smartphones und dem allgegenwärtigen Zugang zum mobilen Internet, haben die Grundlage für Plattformen und datengetriebene Geschäftsmodelle geschaffen. Und mit der geplanten Modernisierung der Mobilfunknetze (5G) und der zunehmenden Vernetzung von Infrastrukturen, Maschinen oder Geräten (IoT) legt unsere Branche zurzeit das Fundament für den nächsten Innovationsschub. Die Schweiz wird hier aufpassen müssen, dass sie mit ihren europaweit einmalig strengen Strahlenschutzbestimmungen nicht ins Hintertreffen gerät.

5G, Blockchain, CRISPR – die Zukunft liegt vor der Tür

Unter dem Jahresmotto "Technology is key" wird sich Asut 2018 vertieft damit befassen und sich auch auf politischer Ebene dafür engagieren, über welche Technologiebasis die Schweiz verfügen muss, um zukunftstaugliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung für die Digitalisierung schaffen zu können. Neben 5G gibt es eine ganze Anzahl von weiteren Technologien mit disruptivem Potenzial, die unsere Gesellschaft und Wirtschaft schon in naher Zukunft tiefgreifend verändern dürften und die sich Asut dieses Jahr genauer ansehen wird. Sicher gehört dazu die Blockchain-Technologie, die derzeit vor allem mit Kryptowährungen (Bitcoin & Co.) Furore macht. Sie bietet sich ganz allgemein dafür an, Transaktionen zwischen beliebigen Parteien sicher zu authentifizieren und Schritt für Schritt verteilt zu registrieren, ohne dass dafür die Dienste von Banken, Notaren oder Behörden in Anspruch genommen werden müssen. Es liegt auf der Hand, welche Effizienzgewinne dadurch etwa im Zahlungsverkehr und im Kreditwesen, beim Schutz des geistigen Eigentums, im Grundstückverkehr, im Steuerbereich und bei Vertragsabwicklungen ganz allgemein möglich werden.

Ganz neue Wahrnehmungs- und Handlungsebenen hingegen werden uns Virtual- und Augmented-Reality-Devices und Applikationen erschliessen, die die reale Welt überlagern. Auf dem Bau oder in der Industrieproduktion wird damit eine ungeheure Zeitersparnis und werden Qualitätsverbesserungen einhergehen, weil die Fachleute vor Ort jederzeit sehen, wie sich das, woran sie gerade arbeiten, dereinst präsentieren wird. Eltern werden mit ruhigem Gewissen ein Glas Wein im Wohnzimmer genies­sen, weil auf ihrem Brillendisplay fortwährend eingeblendet wird, womit sich der Nachwuchs im Kinderzimmer gerade beschäftigt.

Der grösste Innovationssprung aber dürfte uns in der Gesundheitstechnologie erwarten. Und zur Abwechslung meine ich damit nicht die Big-Data-Analysen in der Diagnostik oder die Sensoren und Chips, die wir schon bald im Körper tragen werden. Ich spreche von völlig neuartigen Therapien, wie etwa der CRISPR/Cas-Methode, einem biochemischen Verfahren zur gezielten Erbgutveränderung, das die Immunologie revolutionieren wird. Mit der CRISPR/Cas9-Genschere können fehlerhafte Genabschnitte entfernt oder DNA-Bausteine im Erbgut präzise verändert werden. Eine Verlängerung der Lebensspanne um 20 bis 30 Jahre rückt damit in Griffnähe.

Technology is key – die treibende Kraft hinter der Digitalisierung

Swiss Telecommunication Summit – 44. Asut-Seminar am 21. Juni 2018 im Kursaal Bern

Was wir heute als digitale Revolution erleben, ist die Summe unzähliger technologiebasierter Innovationen. Schlüsseltechnologien wie das mobile Internet, das Internet der Dinge oder Big Data lösen Entwicklungsschübe in allen Branchen aus und tragen zu raschen Innovationen bei. Geschäftsleitungen stehen vor der Frage, welches die für ihr Unternehmen Erfolg versprechendsten Entwicklungen sind und welche Tech-nologie das grösste Potenzial bietet.

Unter dem Motto "Technology is key" wird Asut die relevanten technologischen Entwicklungen am 44. Swiss Telecommunication Summit unter die Lupe nehmen. Experten und Forscher werden aktuelle und zukünftige Schlüsseltechnologien wie Artificial Intelligence, Blockchain oder Augmented Realitiy präsentieren, und CEOs führender Unternehmen werden aufzeigen, wie diese Technologien den Geschäftsalltag verändern können: Von effizienten Unternehmensprozessen über neue Businessmodelle bis zu neuen Aufgabengebieten der Mitarbeitenden.

Der Swiss Telecommunication Summit ist die führende Jahrestagung der Schweizer ICT-Industrie, an der sich über 900 Entscheidungs­träger aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Forschung treffen und zu den aktuellen Herausforderungen der digitalen Transformation austauschen. Reservieren Sie sich bereits heute den 21. Juni 2018 und melden Sie sich an. Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie auf unserem Veranstaltungsportal.

Das detaillierte Programm folgt in Kürze.

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