Jürg Lehni vom Swiss eHealth Forum im Interview

«Die Digitalisierung vernetzt Patienten und Behandelnde neu»

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Am diesjährigen Swiss E-Health Forum dreht sich alles um das Thema digitale Transformation. Im Interview erklärt Jürg Lehni, Veranstalter der ­Infosocietydays, wie künstliche Intelligenz und Virtual Reality das Gesundheitswesen verändern.

Jürg Lehni, Geschäftsführer von MKR Consulting und Veranstalter des Swiss eHealth Forums. (Source: zVg)
Jürg Lehni, Geschäftsführer von MKR Consulting und Veranstalter des Swiss eHealth Forums. (Source: zVg)

An wen richtet sich das Swiss E-Health Forum?

Jürg Lehni: Die digitale Vernetzung wird noch immer stark als IT-Projekt wahrgenommen, obschon sie eine tiefgreifende kulturelle Reform der Gesundheitsversorgung darstellt. Das Schlagwort «Digitalisierung» suggeriert, dass die Technik im Vordergrund steht. Für den Erfolg viel wichtiger ist aber das Verständnis, dass die digitale Vernetzung neue Beziehungen ermöglicht – im Dreieck Patienten, Behandelnde und IT-Anbieter. Das Forum ist deshalb ein Muss für alle Führungs- und Fachpersonen im Schweizer Gesundheitswesen, welche die Chancen und Potenziale einer zunehmend digitalen Welt zum Vorteil aller nutzen wollen.

Worauf freuen Sie sich am diesjährigen E-Health Forum am meisten?

Das Swiss E-Health Forum steht für Wissensvermittlung, wertvolle Impulse, gegenseitige Inspiration, Praxisbezug und erstklassiges Networking. Ich freue mich auf die hochstehenden Referate im Plenum und die über 20 Best-Practice-Präsenta­tionen im Rahmen des Nachmittagsprogramms. Ebenso sehr freut mich, dass die Schweizer E-Health-Community geschlossen vor Ort präsent ist.

Welche Entwicklungen erwarten Sie in naher Zukunft?

Ich erwarte eine stärker partizipative, personalisierte, vorhersagbare und präventive Medizin. Das «Gold des 21. Jahrhunderts» ist nicht das damit zu verdienende Geld, sondern es ist das «Mehr an Wissen» für die Behandlung jedes Einzelnen. Das Swiss E-Health Forum 2018 zeigt Wege, um die Chancen und Potenziale dieser zunehmend digitalen Welt zum Vorteil aller zu nutzen. Der erste Tag fokussiert auf die digitale Transformation mit E-Health und M-Health und schliesst ab mit einem Referat zum Thema der «Patient als kompetenter Nutzer von Gesundheitsdaten». Der zweite Tag fokussiert auf die digitale Transformation mit Data Science und KIS 4.0 und stellt zum Abschluss innovative Ideen zur Diskussion.

Inwieweit macht E-Health das Gesundheitswesen effizienter?

Die digitale Transformation beschleunigt Innovationen und die Prozesseffizienz entlang der ganzen Behandlungskette. Sie bringt ein Mehr an Wissen für eine effizientere und bessere Behandlung eines jeden Einzelnen. Dadurch wird unser Gesundheitssystem nicht nur effizienter, sondern vor allem auch besser und sicherer.

Welche Trends in Sachen E-Health sind zurzeit ­zentral?

Künstliche Intelligenz war 2017 das Buzzword und ist aus medi­zinrelevanten Diskussionen nicht mehr wegzudenken. Der Vortrag von Dr. med. Michael Dahlweid, dem neuen CTO der Inselgruppe, gibt einen Einblick in den Status quo und zeigt mit Handlungsempfehlungen auf, wie sich Organisationen des Gesundheitssystems diesem Thema nähern sollten.

Auch Virtual Reality ist in aller Munde.

Virtual Reality wird die Art, wie wir medizinische Daten an­schauen, revolutionieren. Vor einem Eingriff müssen sich Chi­rurgen ein möglichst präzises Bild von den anatomischen Strukturen des Körperteils machen, der operiert wird. Prof. Dr. Phi­lippe C. Cattin, Vorsteher des Departments of Biomedical Engineering an der Universität Basel, zeigt mit seinem Referat und einer Live-Demo, wie mit dieser neuen Technik medizinische Aufnahmen, wie zum Beispiel von einem CT, in eine dreidimensionale Darstellung für eine virtuelle Umgebung generiert werden. Dieser neue, bisher undenkbare Einblick in den Körper wird nicht nur in der Operationsplanung, sondern auch in der Lehre und Diagnostik von Krankheiten neue Möglichkeiten eröffnen.

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