Verbandsnachrichten

Lernen für die digitale Zukunft

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von Peter Grütter, Präsident Asut

Noch gibt es ein paar letzte Unternehmen, auch in der Schweiz, die meinen, die Digitalisierung betreffe sie nicht. Die ­meisten übrigen wissen, dass alles, was digitalisiert werden kann, in nächster Zukunft auch tatsächlich digitalisiert werden wird: Prozesse, Infrastrukturen, Dienstleistungen. Das wird die Art, wie wir leben, kommunizieren und arbeiten tiefgreifend verändern. Und ganz besonders die Art, wie wir lernen.

Auf der einen Seite verändert die Digitalisierung die Schule selbst. Digitale Technologien ermöglichen neue Lehrmittel, Lehr- und Lernmethoden, neue Unterrichtsformen, eine neue Verteilung der Rollen im Schulzimmer. Das setzt eine gute ICT-Infrastruktur voraus, Hard- und Software, einen schnellen Internetzugang, Computer und Tablets in den Klassen. Und es bedingt Anpassungen in pädagogischen und methodologischen Konzepten, in der Lehreraus- und -weiterbildung. Auf der anderen Seite muss die Schule auch ihre Lerninhalte anpassen, wenn sie die neuen Generationen für die digitale Zukunft rüsten will. Und weil heute noch niemand weiss, welche Berufe morgen (noch) gefragt sein werden, geht es dabei weniger um die Vermittlung von spezifischen Kenntnissen als von Kompetenzen: Teamfähigkeit, Systemdenken, Informatik- und Anwender-Skills.

Eine ganze Reihe von Pionierschulen experimentieren bereits mit bahnbrechenden Projekten. Meist stossen sie auf grosse Sympathie: Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind sich der Dringlichkeit der Situation mehrheitlich bewusst und bereit, in den nötigen Wandel der Schule zu investieren. Das zeigt sich auch im neuen Lehrplan 21 respektive dem PER (Plan d’études romand). Doch der Austausch zwischen den Akteuren bleibt mangelhaft. Allzu oft sind hochmotivierte Lehrkräfte als Einzelkämpfer unterwegs. Allzu häufig werden wertvolles Erfahrungswissen und stufengerechte Best Practices nicht systematisiert und an andere weitergegeben. Und nur zu oft fehlt es an den nötigen personellen und finanziellen Ressourcen. Effizient und flächendeckend lassen sich digitales Lernen und Lehren so nicht fördern.

Asut als Industrieverband jener Unternehmen, die die digitale Entwicklung vorantreiben, will seinen Teil dazu beizutragen, den Schweizer Schulen den Weg in die Digitalisierung zu ebnen. Mit einer Studie zum Stand der Digitalisierung im Bildungsbereich und einer ganzen Reihe von daraus abgeleiteten Handlungsoptionen hat Asut eine breite Debatte angestossen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der relevanten Akteure zu fördern. Eine erste wichtige Etappe in diese Richtung bildete ein im Januar durchgeführter Workshop mit 60 Persönlichkeiten aus ICT-Branche, Schul- und Bildungsbehörden, Fachhochschulen sowie Lehrer- und Schulleiterverbänden. Kern ihrer engagierten Diskussion bildete die Einsicht, dass eine auch in Zukunft innovative und wettbewerbsfähige Schweiz auf ein Bildungssystem angewiesen ist, das die Menschen in die Lage versetzt, am digitalen Wandel teilzunehmen und ihn mitzugestalten. Eine ganze Reihe von ihnen kamen auch im Asut-Bulletin 1/2018 "Kids & Codes: Bildung für eine digitale Welt" zu Wort.

Swiss Telecommunication Summit – 44. Asut-Seminar am 21.06.2018 im Kursaal Bern

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbruch, den wir derzeit erleben und der den früheren industriellen Revolutionen in nichts nachsteht, ist technologie- und datengetrieben. Die Digitalisierung vernetzt die Menschen untereinander und mit ihrer Umwelt und sie macht den Informationsaustausch unter Dingen alltäglich. Politik und Wirtschaft setzen voll auf die Digitalisierung, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand des Landes für die Zukunft zu sichern.

Natürlich braucht diese Entwicklung innovative Köpfe, Unternehmergeist, Investoren und auch gute politische Rahmenbedingungen. Vor allem aber braucht die digitale Wirtschaft eine verlässliche und breit verfügbare Technologiebasis. Erst die standardisierten und günstigen Cloud-Dienste, verbunden mit der grossen Anzahl von Smartphones und dem allgegenwärtigen Zugang zum Internet haben die Grundlage für Plattformen und datengetriebene Geschäftsmodelle geschaffen. Mit dem zügigen Kapazitätsausbau der Kommunikationsinfrastruktur, vor allem der geplanten Modernisierung der Mobilfunknetze (5G) und der zunehmenden Vernetzung von Infrastrukturen, Maschinen oder Geräten (IoT) legt unsere Branche das Fundament für den nächsten ­Innovationsschub.

Geschäftsleitungen stehen nun vor der Frage, welches die für ihr Unternehmen Erfolg versprechendsten Entwicklungen sind und welche Technologie das grösste Potenzial bietet. Am 44. Swiss Telecommunication Summit geben Experten und Forscher einen Ausblick auf die aktuellen und zukünftigen Schlüsseltechnologien wie Artificial Intelligence, Blockchain oder Augmented Realitiy und CEOs zeigen auf, wie diese Technologien das Unternehmen verändern: Von effizienten ­Unternehmensprozessen über neue Geschäftsmodelle bis zu neuen Aufgabengebieten der Mitarbeitenden.


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