SAS Forum 2018

SAS will Analytics für alle und überall

Uhr | Aktualisiert

Am Zürichberg hat SAS gezeigt, wie Mensch und Maschine zueinanderfinden sollen. Der Analytics-Anbieter zeigte den Besuchern seinen "Werkzeugkasten". Und DACH-Chef Patric Märki liess durchblicken, dass er ein Faible für philosophische Fragen hat – und für Friedrich Dürrenmatt.

Patric Märki, VP DACH von SAS, begrüsste die Besucher am SAS Forum 2018 in Zürich. (Source: Netzmedien)
Patric Märki, VP DACH von SAS, begrüsste die Besucher am SAS Forum 2018 in Zürich. (Source: Netzmedien)

Künstliche Intelligenz bleibt die grosse Unbekannte. Zumindest noch eine Weile. Braucht es den Menschen morgen noch? Und: Sind wir in unserer Existenz bedroht? Mit solchen Fragen eröffnete Patric Märki, VP DACH von SAS, das diesjährige SAS Forum im Hotel Dolder Grand. Doch Märki hielt sich nicht lange mit Gewissensfragen auf. Es gebe ohnehin keinen Weg zurück, gab er zu verstehen, als er ein Bonmot aus "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt zitierte. Es lautet: "Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden."

Schon bald ist es so weit, zeigte sich Märki überzeugt: Künstliche Intelligenz wird so gut wie alles steuern. "Was zählt, ist nur diese eine Frage: Was machen wir daraus?" Um diese Frage drehte sich das SAS Forum, das rund 400 Besucher auf den Zürichberg lockte.

Ein Blick in den Werkzeugkasten

Der Hersteller von Analytics-Software lud Kunden und Partner dazu ein, einen Blick in seinen "Werkzeugkasten" zu werfen, wie Märki die Angebotspalette von SAS bezeichnete. Darin findet sich etwa ein Modell namens "Results-as-a-Service". Mit dieser cloudbasierten Analytics-Lösung will der Hersteller insbesondere KMUs adressieren. Sogar solche, die keine Ahnung von Daten oder Informatik haben.

Die Veranstalter servierten den Teilnehmern auch Beispiele aus der Praxis. Etwa aus der Fertigungsindustrie, der Medizin oder aus der Welt des Sports. So zeigte etwa die niederländische Firma Scisports auf, wie Analytics-Software den Profifussball verändert, indem Daten die Grundlagen für die Spielerrekrutierung liefern.

Die Besucher erlebten Präsentationen, Experten-Panels und erhielten Gelegenheit, sich mit Datenspezialisten zu unterhalten. Schliesslich ist "das persönliche Gespräch durch nichts zu ersetzen", wie es in der Einladung zur Veranstaltung hiess. Zum Auftakt gab es dennoch ein klassisches Referat. Patric Märki präsentierte, wie sich eine Analytics-Economy formiert.

Widerstand ist zwecklos

Die Digitalisierung wird ganze Marktstrukturen auf den Kopf stellen, wie Märki sagte. Als Beispiel nannte er das Zahlungswesen. Heute wickeln wir Transaktionen noch über Swift ab. Das System, mit dem Banken untereinander kommunizieren, könne jedoch schon morgen obsolet sein. Etwa wenn die Blockchain im Zahlungsverkehr Einzug hält. "Dann stellt sich die Frage, was mit der Wertschöpfung passiert, wie die Wertschöpfung von Banken aussehen wird."

Dass disruptive Technologien ganze Wirtschaftszweige aufmischen, sei unausweichlich. Die Softwarebranche – genauer gesagt: die Analytics-Branche – nimmt Märki zufolge allerdings eine Sonderstellung im Wandel der Arbeitswelt ein. "Analytics ist heute kein Produkt mehr. Analytics wird selbst zur Disruption", sagte der DACH-Chef von SAS.

Analytics für alle

Märki nannte drei Entwicklungen, die dazu führen sollen, dass künstliche Intelligenz die Welt zum Besseren verändert: Die Vernetzung von Datenströmen, Fortschritte auf dem Gebiet der Quantencomputer und zunehmende Kollaboration. Dies führe zu einer "Demokratisierung von Intelligenz". Denn früher, erklärte Märki, lag das, was wir "Erfindergeist" nennen, in den Händen weniger Menschen. "Heute können wir Wegweisendes nur in Zusammenarbeit schaffen, auch in Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine", sagte er.

SAS verfolge deswegen die Devise: "Analytics für alle und überall." "Wir nutzten bislang nur einen Bruchteil der Daten, die IoT-Geräte sammeln", sagte Märki. Unter dem Stichwort "Edge Analytics" will der Hersteller seine Software deshalb dort hinbringen, wo Daten entstehen, wo auch Probleme entstehen. Schliesslich sollten alle Menschen von den Chancen künstlicher Intelligenz profitieren, sofern sie auch etwas dafür tun. Und Märki nutzte die Gelegenheit, um eine weitere Zeile aus Dürrenmatts "Die Physiker" zu zitieren. "Was alle angeht, können nur alle lösen."

Zwei Awards für gelungene Projekte

Nach seiner Keynote kürte Märki zwei Unternehmen, die sich mit besonders gelungenen Projekten hervorgetan hätten. Als Gewinner der Auszeichnung "Business Analytics Performer 2018" prämierte SAS:

  • Tetra Pak. Der Hersteller von Getränkekartons setze auf die Forecasting-Lösung von SAS, um seine Produktion effizienter zu gestalten und Einkäufe besser zu planen, erklärte Espen Mile, Global Director Marketing Practices bei Tetra Pak, als er den Award in Empfang nahm.

  • Coop. Das Detailhandelsunternehmen nutzt SAS-Analytics fürs Outbound-Marketing und konnte so die Kundenkommunikation kanalübergreifend optimieren, respektive automatisieren, wie Ingo Hary, Teamleiter CRM / Data Analytics bei Coop, erklärte.

Webcode
DPF8_94759

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