Finstar als Kernbankensystem

Update: Seba Crypto setzt mit Hypi Lenzburg zum Sprung in die Bankenwelt an

Uhr | Aktualisiert

Seba Crypto will zur ersten Bank der Kryptobranche werden. Zum Einsatz soll das Kernbankensystem Finstar der Hypi Lenzburg kommen. Es muss dazu für eine dezentralisierte Softwarearchitektur optimiert und mit neuen Schnittstellen für Kryptowährungen fit gemacht werden.

(Source: Andre Francois/unsplash.com)
(Source: Andre Francois/unsplash.com)

Update vom 1. Februar 2019: Wie die Hypothekarbank Lenzburg mitteilt, wird Seba Crypto für den operativen Betrieb das von ihr entwickelte Kernbankensystem Finstar einsetzen. Die beiden Unternehmen hätten eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

In der Projektphase werde Finstar zunächst für die von Seba genutzte dezentralisierte Softwarearchitektur optimiert. Das Kernbankensystem werde zu diesem Zweck mit Schnittstellen versehen. Diese sollen der Krypto-Bank die Abwicklung von Emissions-, Handels- und Aufbewahrungsgeschäften mit Krypto-Währungen und Blockchain-Produkten ermöglichen. Die Projektphase soll im zweiten Quartal 2019 abgeschlossen werden, schreibt die Hypi Lenzburg.

In der anschliessenden Betriebsphase werde die Hypi Lenzburg das Applikationsmanagement und den Rechenzentrumsbetrieb übernehmen. Seba soll Dienstleistungen und Betriebsprozesse im Backoffice-Bereich der Hypothekarbank Lenzburg implementieren, etwa in der Wertschriftenverwaltung oder in der Zahlungsverkehrsabwicklung. Die krypto- und blockchainspezifischen Komponenten im Abwicklungsprozess werde Seba selbständig managen.

Blockchain und Kryptowährungen sind für die Hypi Lenzburg kein Neuland. Erfahren Sie im Interview mit CEO Marianne Wildi, warum die Bank mit Blockchain-Firmen zusammenspannt.

Originalmeldung vom 27. September 2018: Ein weiteres Unternehmen ist angetreten, die erste lizenzierte Krypto-Bank des Finanzplatzes Schweiz zu werden. Wie "Finews" und andere Nachrichtenportale berichten, steht Seba Crypto in den Startlöchern. Die Bank sei von "namhaften Investoren und Fachleuten" gegründet worden und strebe einen Brückenschlag zwischen der neuen Krypto-Finanzwelt und dem traditionellen Bankgeschäft an.

Seba Crypto wolle eine Banklizenz von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma), schreibt Finews weiter. Das Unternehmen habe dazu bereits 100 Millionen Franken Startkapital erhalten. Das Geld hätten die Gründer innerhalb von rund drei Monaten bei privaten und institutionellen Investoren gesammelt.

Banker an Bord

Hinter der Krypto-Bank stünden etwa Guy Schwarzenbach, Joseph Chee oder Jack Chung. Als Verwaltungsratspräsident sei Andreas Amschwand, ehemaliger Devisenchef der UBS und heute Verwaltungsrat bei Julius Bär, vorgeschlagen. CEO und Initiant sei Guido Bühler, der früher bei der UBS arbeitete.

Im Unterschied zu anderen Krypto-Bank-Start-ups, bemühe sich Seba Crypto nun als erstes um eine Banklizenz der Finma, schreibt Finews. Bühler wolle das entsprechende Gesuch demnächst abschicken und hoffe, die Bewilligung im Sommer 2019 zu erhalten.

Seba Crypto plane, verschiedene Dienstleistungen anzubieten, etwa Custody und Storage von digitalen Assets, Handel- und Liquiditätsmanagement, Corporate Finance für Krypto-Unternehmen sowie Investmentmanagement mit Krypto-Vermögenswerten. Ausserdem wolle das Unternehmen Krypto-Firmen klassische Bankgeschäfte ermöglichen.

Seba Crypto ist nicht das einzige Unternehmen, das zur ersten Bank des Crypto Valleys werden will. Auch Oyoba strebt dieses Ziel an. Wie es erreicht werden soll, verriet Gründer Kevin Schellinger der Redaktion im Interview.

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