Zentrum für Datenwissenschaften

Swiss Data Science Center eröffnet Sitz in Lausanne

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: Joël Orizet, nki

Das Swiss Data Science Center hat seinen neuen Hauptsitz am Biopôle Lausanne eröffnet. Zur Einweihung zeigte das Zentrum konkrete Anwendungen von Datenwissenschaft und KI. Die Anwendungsfälle reichen von der Umweltüberwachung über die Gesundheit bis zur Verwaltung öffentlicher Infrastrukturen.

Eröffnung des SDSC am Biopôle (v.l.): Martin Vetterli (ehem. EPFL-Präsident), EPFL-Präsidentin Anna Fontcuberta i Morral, Staatsrätin Isabelle Moret, Vincent Gritti (Weibel des Staatsrates), Nasri Nahas (Direktor Biopôle) und Olivier Verscheure (Direktor SDSC). (Quelle: Guillaume Grandgirard/GIOMM)
Eröffnung des SDSC am Biopôle (v.l.): Martin Vetterli (ehem. EPFL-Präsident), EPFL-Präsidentin Anna Fontcuberta i Morral, Staatsrätin Isabelle Moret, Vincent Gritti (Weibel des Staatsrates), Nasri Nahas (Direktor Biopôle) und Olivier Verscheure (Direktor SDSC). (Quelle: Guillaume Grandgirard/GIOMM)

Das Swiss Data Science Center (SDSC) hat seinen neuen Hauptsitz am Biopôle in Lausanne eröffnet. Der Standort bündelt die bisher auf die Partnerinstitutionen EPFL, ETHZ und Paul Scherrer Institut verteilte nationale Infrastruktur für Datenwissenschaft und KI.

Das 2017 gegründete SDSC zählt heute rund 120 Spezialistinnen und Spezialisten. Die Teams begleiten Universitäten, Unternehmen und Verwaltungen bei Projekten rund um Datenanalyse und Machine Learning. Der neue Standort bietet Arbeits-, Ausbildungs- und Begegnungszonen. Der Kanton Waadt unterstützt das SDSC über seinen Innovationsfonds mit 7,5 Millionen Franken für die Periode 2024–2028.

Olivier Verscheure, Direktor des SDSC, betonte zur Eröffnung die Mission des Zentrums: Forschung, Wirtschaft und öffentliche Institutionen zusammenzubringen. Die Ansiedlung am Biopôle stärke diese Synergien. "Wir wollten offene, kollaborative Orte schaffen", so Verscheure.

Von der Muschel-Jagd bis zur Medizinforschung

Ein jährlicher Projektaufruf soll die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft fördern. Ausgewählte Projekte erhalten bis zu 125'000 Franken und technische Begleitung. Zu den ersten Gewinnern zählt "Rovailake", ein Projekt, das mit Drohnen und KI die Ausbreitung der Quagga-Muschel im Genfersee bekämpft. Andere Projekte nutzen KI-Stimm-Analysen zur Früherkennung von Demenz ("AQVPA") oder entwickeln ein medizinisches Open-Source-Sprachmodell ("MDTX"). Ein weiteres Projekt namens "BrainGPT" erforscht Schnittstellen zwischen Gehirn und Rückenmark, um die Motorik von Patienten wiederherzustellen.

Ebenfalls vorgestellt wurde das Projekt "Hydroscan" des Start-ups "AIMsight". Es entwickelt ein System, das den Wasserabfluss von Flüssen mittels Videoanalyse misst. "Das System rekonstruiert die Szene in 3-D und berechnet aus der Fliessgeschwindigkeit den Abfluss", sagte CEO Marc Lany. Die Methode soll dort helfen, wo herkömmliche Messungen schwierig oder zu teuer sind.
 

Übrigens: Ohne Daten gibt es keine künstliche Intelligenz und ohne eine solide Datenkompetenz gibt es keine KI-Kompetenz, wie Diego Kuonen, Professor für Data Science an der Universität Genf, schreibt - den Fachbeitrag "Ohne Datenkompetenz keine KI-Kompetenz!" lesen Sie hier

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