Der Schweizer Chef von heute ist morgen überholt
Schweizer Manager geben sich gerne bescheiden, qualitätsbewusst und fleissig. Doch sie rechnen auch damit, dass die typisch schweizerischen Führungsqualitäten schon bald überholt sein werden. Wer als Chef fit für die Zukunft sein will, muss viel lernen, Streitlust zeigen und vor allem mehr wagen.
Was macht ihn eigentlich aus, den typischen Schweizer Chef? Vielleicht ist es einer, der stets pünktlich ist, sich korrekt verhält und Wert legt auf Qualität. Einer, der bodenständig bleibt, mit dem man gerne mal ein Bier trinkt. Oder vielleicht sogar so einer, der am Firmenausflug keinen Quinoa-Salat mitbringt, sondern einen Cervelat am Stock grilliert und dazu Villiger-Stumpen pafft. Aber: Gibt es ihn überhaupt noch, den schweizerischen Patron der alten Schule? Und wenn ja: Was könnte er von seinen Kollegen im Ausland lernen?
Im internationalen Vergleich tanzen Schweizer Chefs tatsächlich aus der Reihe, wie eine Befragung der Fachhochschule Kalaidos befand. Die Studie soll aufzeigen, was Schweizer Führung ausmacht und welche Führungsqualitäten es braucht, um die Schweiz auch in Zukunft als erfolgreiches Land zu positionieren. Die Fachhochschule führte die Studie im Auftrag der Schweizer Kader Organisation SKO durch.
Der Schweizer scheut das Risiko
Aus den Ergebnissen schliesst die SKO, dass sich Schweizer Führungskräfte neue Kompetenzen aneignen müssen. Schweizer Chefs seien zu wenig risikofreudig. Zudem sei die "gemeinsame Verantwortung für den Erfolg am Bröckeln", schreibt der Verband in einer Mitteilung.
Doch aus der Befragung gehen auch schmeichelhafte Befunde hervor. So seien Schweizer Chefs im internationalen Vergleich eher kollegial, tolerant, wertschätzend, qualitätsbewusst, auf Augenhöhe mit ihren Angestellten und bescheiden. Die Neigung, "sich positiv darzustellen", sei bei Schweizer Chefs schwächer ausgeprägt als bei ausländischen Führungskräften, heisst es weiter. Zudem würden Schweizer Manager mehr Aus- und Weiterbildungen fördern, ihre Mitarbeiter bei Entscheidungen mit einbeziehen und ihnen Verantwortung übertragen.
Die Kernaussage der Studie: Was sich die Befragten unter einer schweizerischen Führung vorstellen, steht quer zu ihrer Vorstellung dessen, was in Zukunft wichtig sein wird. Oder anders gesagt: Der typisch schweizerische Führungsstil von heute ist morgen überholt.
(Source: Fachhochschule Kalaidos / Schweizer Kader Organisation SKO)
Die Ergebnisse basieren zum einen auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von Interviews. Die Studienautoren befragten laut Mitteilung 24 "bekannte und unbekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport". Zum anderen führten die Studienautoren eine quantitative Befragung durch. 449 Personen hätten daran teilgenommen.
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