Google Cloud Next in London

Google zeigt Acceleration Program für die Cloud und alles für den Datenanalysten

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Am 20. und 21. November hat die Google Cloud Next in London stattgefunden. Inmitten von Karneval-Snacks und Tee gab es Demos und Inputs zur Google Cloud Platform, die besonders viele "Ahs" und Ohs" von den Datenanalysten erhielten. Die Highlights waren das Cloud Acceleration Program, die Akquisition von Cloud Simple und neue Features für G Suite Business.

Rund 7000 Besucher sind dieses Jahr nach London zum Excel Convention Center gereist, um an der zweitägigen Google Cloud Next ‘19 UK teilzunehmen. Vom 20. bis 21. November, zwischen Zuckerwatte und Popcorn, gab es Inputs und Updates zu Cloud-Sicherheit, App-Modernisierung und künstlicher Intelligenz (KI) in der Google Cloud. In der riesigen Messehalle bekam der Besucher zudem an den Ständen der Google-Partner Hands-on-Training und Demos vorgeführt. Aktuelle Cloud-Neuerungen und Ankündigungen gaben an beiden Event-Tagen den Startschuss.

Citrix verteilte in der Messehalle Zuckerwatte. (Source: Netzmedien)

Am ersten Tag begrüsste Chris Ciauri, EMEA-Lead bei Google Cloud zur Keynote. Er sprach über die Wünsche und Anforderungen von Google-Cloud-Kunden und fasste zusammen: "Kunden von uns wollen im Sinne der digitalen Transformation mehr Wachstum und Fortschritt." Sowie Flexibilität und Einsicht in ihre Daten.

Zum Stichwort Daten kam Thomas Kurian, Cloud CEO, auf die Bühne. Er hat seit Februar bei Google Cloud für Diane Greene übernommen hat, wie Netzmedien berichtete. Als Einstieg blickte er auf die Eröffnungen von Cloud-Regionen in Belgien, Finnland, Deutschland, Grossbritannien, weitere in Polen und in Zürich im letzten Jahr zurück, während laufend weitere hinzukommen sollen. Seine Vision für Engagements im europäischen Markt und weltweit würden die Sicherheit der Cloud betreffen.

Chris Ciauri, EMEA-Lead, Google Cloud an der Keynote. (Source: Netzmedien)

Sicherheit und Compliance in Europa

Googles Cloud sei so konzipiert, dass sie jetzt auch den strikten Sicherheitsanforderungen Europas entspreche. Eins der grössten Themen was hier für Unternehmen aufkommen würde, betrifft das Vertrauen, ob Daten in der Cloud sicher sind, erläuterte der CEO in einer Fragerunde. "Ist die Cloud bereit für uns?", würden Firmen fragen. Wo die Daten sind, wer Zugriff darauf hat und die Vorkehrungen die getroffen werden, um Privatsphäre und Sicherheit der Kundendaten zu wahren, betonte Kurian, seien essenziell für Google Clouds neues Engagement in der EMEA-Region. "Wir erlauben Europa die Übersicht und Kontrolle darüber, wo und wie seine Daten gesichert sind", sagt Kurian. Konkret wolle sich Google Cloud in der europäischen Region zu folgenden Punkten verpflichten: Kunden könnten neuerdings ihre Verschlüsselungscodes selber managen und sie ausserhalb der Infrastruktur von Google Cloud, direkt in Europa, speichern. Google werde dabei sicherstellen, dass Kundendaten Europa nicht verlassen und verhindere, dass Nutzer und Administratoren ausserhalb des Landes keinen Zugriff erhalten. Auch könne Google jederzeit und grundlos der Zugriff zur Entschlüsselung ihrer Daten verweigert werden.

Mini-Big-Ben in der Messehalle. (Source: Netzmedien)

Kunden sollen zudem Anspruch auf detaillierte Begründung erhalten, wenn das Unternehmen Codes entschlüsselt. In dem Zusammenhang wurde ein Feature namens "Key Access Justifications" im neu vorgestellten External Key Manager erwähnt. Mit dem "External Key Manager", bald als Beta-Version erhältlich, sollen sich Daten in "Big Query" und "Compute Engine" verschlüsseln lassen. Die Codes würden dabei in einem Third-Party-Key-Management-System verschlüsselt und gespeichert, ausserhalb Googles Infrastruktur.

Zu sich auf die Bühne holte der CEO anschliessend Suzanne Frey, VP, Engineering, Security & Trust bei Google Cloud. Wie auch schon Kurian ansprach, gehören die Daten dem Kunden selbst, setzte Frey fort. Sie sagte: "Wir wollen die Cloud sein, der am meisten vertraut wird." Hierfür setze das Unternehmen auf Fundamente wie Sicherheit, Transparenz, Kontrolle und Compliance. Dabei betonte sie: "Das Vertrauen in unsere Cloud erreichen wir nämlich nur indem wir transparent sind." Mit Funktionen wie "Key Access Justifications", "Cloud Armor" und dem "Advanced-Protection-Program" für G Suite soll der Kunde immer Überblick über seine IT-Umgebung haben und so soll der Schutz von Daten in der Cloud gewährleistet sein.

Legacy-Environments

Neuerdings würde Google auch Lösungen für ältere IT-Umgebungen anbieten. Hätten Grossunternehmen SAP-Anwendungen oder Netapp, könnten diese nun auch in der Cloud bedient werden. Für ganz alte Umgebungen wurde Bare Metal erwähnt, für VMware biete das Unternehmen Lösungen mit Cloud Simple an und Windows-Workloads könnte mit Mainframe mirgriert werden. Grossunternehmen, die mehrere Workloads hätten, die ihre IT-Umgebung dominieren, von denen welche älter sind, könnten also in die Cloud migriert werden.

Partner und Projekte

Unternehmen aus Grossbritannien wie Vodafone, John Lewis, Allsaints, Kapten und das britische Departement für Transport zählen seit dem Event zu Googles Partnern. Zudem wurden neue Partnerschaften mit Atos, Deloitte und Netapp vorgestellt. Deloitte werde dem angekündigten "Cloud Acceleration Program" von Google als Anbieter für Migrationsabläufe für SAP-Workloads und -Anwendungen beitreten. Das Projekt wurde Anfang Jahr als "Lighthouse" vorgestellt. Das Cloud Acceleration Program sei eine Abwandlung und Weiterentwicklung davon. Das Ziel sei jedoch weiterhin SAP-Workloads in eine moderne Cloud-Umgebung zu migrieren, schreibt der Google-Blog.

Alison Wagonfield, Vice President Marketing bei Google Cloud, überraschte am Ende der Keynote das Publikum mit einem Special Guest. Gareth Southgate, Fussballtrainer des englischen Nationalteams, enthüllte, wie er Datenanalyse im Training der Mannschaft anwendet. "Innerhalb von 12 Stunden nach dem Spiel, weiss ich, wo meine Spieler in Europa sind, wie sie gespielt haben, wie weit sie gerannt sind und so weiter", erläuterte der Fussballtrainer. Die gesammelten Daten würden ihm dabei helfen zu bestimmen welche Spieler für die kommenden Spiele ausgewählt werden sollen. Die Analyse würde ihm und seinem Team dabei helfen, Strategien auszuarbeiten.

Alison Wagonfield, Vice President Marketing bei Google Cloud und Gareth Southgate, Fussballtrainer der englischen Nationalmannschaft. (Source: Google Cloud)

KI für den Arbeitsplatz

Eine der wichtigsten Ankündigungen des Tages betraf "Assistive"-Funktionen für "G Suite Business" und "Google Docs". In der Beta-Version könne der "Google Assistant" in "G Suite" Termine vorlesen, eintragen, löschen und sie verschieben. Auch Nachrichten verschicke der Assistant durch Sprachkommando und wähle den Nutzer in laufende Telefonate ein. Google schreibt, dieselben Funktionen seien auch für "Asus Hangouts" verfügbar. Zudem sei "Smart Compose" nun als Beta-Version für "Google Docs" verfügbar. Die KI würde nun auch die aktuellen Wörter und Redewendungen aus Google Search lernen. Diese würden in Docs für die Autokorrektur von Grammatik und Rechtschreibung zum Einsatz kommen. Das gleiche gelte für individuelle Begriffe, die gängig sind im eigenen Unternehmen. So helfe die Autokorrektur zum Beispiel bei Projektnamen oder anderen unternehmensinternen Begriffen.

Brad Calder, VP Engineering, Technical Infrastructure Google Cloud, stellte zudem weitere Produkte für IT-Umgebungen von Unternehmen vor. Mit "Bring your own IP" stellte er eine Netzwerkfunktionalität vor, welche Cloud-Migrationen beschleunigen soll, indem die existierende IP-Adresse in Googles Netzwerk-Infrastruktur über all ihre 20 Regionen hinweg übertragen wird.

Zudem sei "Apigee hybrid" jetzt auch allgemein erhältlich, sowie "Cloud Code", und neue Features in "Cloud Dataflow SQL". Zu "Anthos" erklärte Calder, Google wolle die Workloads nicht einfach in die Cloud laden. Das Ziel sei es, zu modernisieren. Man könne Server oder Virtual Machines direkt in Container konvertieren, die "Anthos" oder in der "Google Kubernetes Engine" (GKE) laufen. "Migrate for Anthos" ist jetzt allgemein erhältlich.

Responsible AI

Zum Abschluss sprach Andrew Moore, VP Engineering Cloud AI bei Google, über "AI Explanations". Die Anwendung soll die Interpretationsfähigkeit der KI erhöhen und den Entwicklern helfen zu verstehen, wie ihre Machine-Learning-Modelle bestimmte Ergebnisse erzielt haben. "Wir haben die Verantwortung, KI-Anwendern eine Plattform zu bieten. Und nicht nur das. Künstliche Intelligenz soll auch im Stande sein, sich selbst zu erklären." Anstatt, dass der Nutzer eine Meldung bekommt, ob etwas zum Beispiel eine Katze ist oder nicht, kriegt man zum Resultat auch ein Stück Metadaten zurück, welches erklärt, wie es zum Ergebnis kam. Und so sei "AI Explanations" zustande gekommen. In einer Demo zeigte Sarah Robinson, Developer Advocate Google, dann wie das Programm anhand von Pixeln nicht nur die Retina eines Auges identifizieren konnte, sondern auch, dass sich darauf Anomalitäten befinden, die eine Augenkrankheit andeuten.

Tracy Frey, Director of Strategy, Google Cloud AI liess sich zum Thema an der Breakout-Session zitieren: "Mit künstlicher Intelligenz erhält man so viel mehr als nur eine Checkliste mit richtig oder falsch." (Source: Netzmedien)

Die nächste Google Cloud Next findet vom 6. bis 8. April 2020 in San Francisco statt.

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