Eröffnung des Swico ICT Campus

Auf der Suche nach den IT-Stars von morgen

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Talente in den Schulen entdecken und auf dem Weg in die IT-Karriere fördern: Dieses Ziel hat sich der ICT Campus auf die Fahnen geschrieben - neu auch in Zürich. Aus Wirtschaft und Politik gibt es prominente Unterstützung.

Rolf Schaub hat den dritten ICT Campus an der Uni Zürich eröffnet. (Source: Netzmedien)
Rolf Schaub hat den dritten ICT Campus an der Uni Zürich eröffnet. (Source: Netzmedien)

Muttenz hat seinen 2017 bekommen, Bern folgte im vergangenen Jahr. Jetzt hat auch Zürich einen ICT Campus. Die Idee hinter dem Projekt: Sogenannte Scouts besuchen Schweizer Sekundarklassen, um dort Kinder mit einer Affinität für Technik zu finden. Diese Talente werden dann eingeladen, bis zum 9. Schuljahr den ICT Campus zu besuchen. An zwei Samstagen im Monat können sie dort nach Gusto an IT-Projekten tüfteln, werden gefördert und betreut.

Der dritte ICT Campus in der Schweiz öffnete am vergangenen Samstag seine Tore. Den Ort für das Nachwuchs-Labor stellt die Uni Zürich auf ihrem Campus Irchel zur Verfügung. Als Unterstützer sind der Branchenverband Swico und Digitalswitzerland mit an Bord. Rund 100 Besucher liessen sich zum Start von Initiator Rolf Schaub erklären, wie der ICT Campus funktioniert und warum er wachsenden Anklang findet.

Zwei Samstage im Monat tüfteln die gescouteten Schülerinnen und Schüler an IT-Projekten. (Source: Netzmedien)

Langfristiges Engagement gegen den Fachkräftemangel

Mit jedem neuen Standort werde sein Traum langsam zur Realität, sagte Schaub. Besonders freue ihn, dass sich immer mehr Unternehmen und Organisationen für das Projekt interessieren. Grosse Namen wie Google, die UBS, Roche und Swisscom sind mittlerweile unter den Partnern. Weitere Ableger des Campus sind bereits geplant. 2020 sollen Lenzburg, Visp und St. Gallen folgen.

Dass der ICT Campus bei Wirtschaft und Politik auf Interesse stösst, sei kein Zufall, so Rolf Schaub. IT-Spezialisten würden händeringend gesucht. Die Förderung von Taltenten vor dem Start der Lehre komme diesem Bedarf entgegen. Die weitere Ausbildung sei dann die Aufgabe der Unternehmen. Schaub wünscht sich, dass Firmen die Jugendlichen direkt aus dem Campus in die Lehre holen.

Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche. (Source: Netzmedien)

Bei den Mitgliedern des Swico stiess die Partnerschaft mit dem ICT Campus auf Begeisterung, wie Geschäftsführerin Judith Bellaiche zur Eröffnung sagte. Überzeugt habe die systematische Vorgehensweise, mit denen die Scouts die Talente ausfinding machen, das nachhaltige Engagement und die Mädchenquote von 50 Prozent. Schülerinnen und Schüler für technische Berufe zu gewinnen, sei zentral. Der Fachkräftemangel sei der Pain Point Nummer 1 in der IT-Branche. Das zeigte jüngst auch die CIO-Umfrage der "Netzwoche". Lesen Sie hier mehr dazu.

Wie vielversprechend der ICT Campus sei, zeige sich an der Unterstützung aus Wissenschaft und Politik, sagte Bellaiche. Für Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich, helfe das Projekt mit, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Die Begeisterung für IT und die Neugier müsse möglichst früh gefördert werden. "Die neugierigen Jugendlichen von heute sind die Spezialisten von morgen", sagte Hengartner.

Plädierte für mehr Lehre und weniger Gymnasium: Filippo Leutenegger. (Source: Netzmedien)

Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger stellte noch einen anderen Aspekt in den Vordergrund. Heute finde in den Schulen ein Run aufs Gymnasium statt, sagte er. Die Lehre verliere demgegenüber an Attraktivität. Gleichzeitig investierten Schulen viele Ressourcen in die Behebung von Defiziten. Die Förderung von Talenten komme zu kurz.

Mit Initiativen wie dem ICT Campus wolle Zürich die Lehre als Ausbildungsweg unterstützen und die Digitalisierung in der Schule vorantreiben, sagte Leutenegger. 16 Schulen hätten sich bislang für den Campus angemeldet. Das Ziel ist laut Rolf Schaub, in jeder ersten Sekundarklasse nach IT-Talenten zu scouten. Die Initiative dazu müsse von den Schulen kommen.

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