Focus: Smart City

Are Smart Cities Safe Cities?

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von Anne-Claire Pliska, Managing Director SmartCity Alliance

Die Statistiken zeigen es: In Chongqing oder Shenzhen gibt es 1 Videokamera für 7 Personen. In London wird eine Person im Durchschnitt 300 Mal pro Tag mit Video aufgezeichnet. In der Smart-Sicherheit ebenso wie in anderen Gesellschaftsthemen ist die Technologie schneller als die Politik. Ein Überblick.

Anne-Claire Pliska, Managing Director SmartCity Alliance
Anne-Claire Pliska, Managing Director SmartCity Alliance

1990 gab es weltweit nur 10 Städte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern – die «Megastädte». Heute hat sich ihre Zahl auf 28 fast verdreifacht. Die Urbanisierung ist ein Megatrend, der stärkere Anforderungen an die Sicherheit der Bürger oder der Infrastruktur mit sich bringt. Die neuen Technologien, die mit einem weiteren Megatrend – der Digitalisierung – verbunden sind, werden den Städten helfen, die nötige Sicherheit zu gewährleisten. Das Potenzial der Technologien birgt aber auch Risiken für den Privatschutz der Bürger. Dabei sind die Städte gefordert, eine ausgewogene Haltung zu finden.

Wofür brauchen wir Sicherheit?

In intelligenten Städten und Regionen lässt sich öffentliche Sicherheit in zwei Kategorien einordnen:

  • die Sicherheit von Bürgern, inklusive Präventionsmassnahme wie prädiktive Polizei-Algorithmen

  • die Sicherheit der physischen Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen, etwa Metro oder Stromnetz

Für beide Kategorien werden verschiedene Sensortypen (Kamera, akustische Sensoren, mechanische Sensoren etc.) entwickelt. Die Sensoren ermöglichen es, den Behörden, der Polizei und Notfalldiensten, schnellstmöglich auf Vorfälle zu reagieren.

Wie die Sicherheit des öffentlichen Raums mit dem Privatschutz in Konflikt geraten kann – drei Ausprägungen

Seit April 2019 arbeiten in einer Leitstelle in Dijon verschiedene Stadtabteilungen zusammen zur Fernsteuerung der städtischen Einrichtungen (Ampeln, Strassenbeleuchtung, Videoüberwachungskameras etc.) und Polizei­einsätzen. Damit soll die Sicherheit öffentlicher Räume und Gebäude im Krisenfall (Schnee, Überschwemmungen, Brand, Einbruch, Zugangskontrolle etc.) gewährleistet werden, wobei jedes Jahr 269 Videoüberwachungskameras erneuert und zehn neue installiert werden.

Mit geschätzt durchschnittlich 1 Kamera pro 58 Einwohner in der Schweiz – 4 Mal weniger als in Grossbritannien, 8 Mal weniger als in China – ist die Zahl hierzulande tief. Videoüberwachung – ein hochpolitisches Thema – als offenes Tor zur Gesichtserkennung. Als Extremfall der Sicherheitspolitik wird das soziale Kreditsystem in China entwickelt, wobei die Bürger und Firmen kontrolliert und gesteuert werden. Um die Auswirkungen solcher Entwicklungen zu be­werten, erwägt die Europäische Kommission den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien im öffentlichen Raum für bis zu fünf Jahre auszusetzen, wie «Reuters» im ­Januar mitteilte.

Daneben gibt es Sensoren, die die Sicherheit ohne Eingriff in die Privatsphäre erhöhen. Akustische Sensoren zur Echtzeit-Erfassung von Ereignissen identifizieren, charakterisieren und lokalisieren die Geräusche wie Vandalismus, Gewalt, Verkehrsunfälle. Sensoren, basierend auf künstlicher Intelligenz zur Erfassung der Mobilitätsströme, oder Wärmebildkameras zum Präsenz-Monitoring bilden ein ergänzendes Portfolio, das eine sichere Stadt ermöglicht.

Die Urbanisierung erfordert den Einsatz von Technologien, um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten. Städte sollen sich auf neutralen Plattformen untereinander und mit Anbietern über Technologien und Best Practices austauschen, um die für ihre Bedürfnisse geeigneten Massnahmen zu identifizieren.

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