Schweizer Hersteller von Beatmungsgeräten von der Nachfrage überrumpelt
Der Hersteller von Beatmungsgeräten Hamilton Medical produziert derzeit auf Hochtouren. Trotzdem hat das Bündner Unternehmen Mühe damit, die Nachfrage abzudecken.
Der Bündner Hersteller Hamilton Medical produziert Beatmungsgeräte für Intensivstationen – derzeit mit Hochdruck. Niemand habe damit gerechnet, dass sich das Coronavirus so stark ausbreitet, sagt Hamilton-CEO Andreas Wielang gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "Eco" des "SRF". Die Nachfrage sei viermal höher als sonst. "Wir sind nun extrem gefordert."
Hamilton musste seine Produktion gemäss "Swissinfo.ch" um 50 Prozent steigern. Das sei jedoch zu wenig, um die steigende Nachfrage zu decken. Nach jetzigem Stand müsste man pro Monat zwischen 1500 und 2000 Geräte herstellen können – so viele, wie das Unternehmen normalerweise in einem Jahr produziert.
Lieferkette unter Druck
Besonders in Italien fehlt es an Beatmungsgeräten, wie das "SRF" schreibt. Hamilton liefere nun 350 Stück. Ein Gerät, wie es zurzeit benötigt wird, kostet rund 45'000 Franken. Noch seien Lieferungen über die Grenze möglich, sagt Hamilton-Geschäftsführer Jens Hallek, doch "die Logistik ist eine Herausforderung".
Besonders schwierig sei die Lieferung von Bauteilen. Kürzlich hat beispielsweise Rumänien ein bestimmtes Bauteil als medizinisches Gerät klassifiziert, was gemäss "Swissinfo" den Export in die Schweiz verhindert.
Für einmal hat sich Hamstern gelohnt
Hamilton hat sich allerdings rechtzeitig mit Bauteilen eingedeckt, wie das "SRF" berichtet. Man habe schon im Dezember die Situation in China beobachtet. Als sich das Virus dort auszubreiten begann, habe das Unternehmen massenweise Teile von dort bestellt.
"Wir haben richtig gehamstert", lässt sich Hamilton-CEO Wieland zitieren. Sein Glück sei gewesen, dass er noch vor der Autoindustrie bestellt habe, die zum Teil dieselben Chips wie Hamiltons High-Tech-Geräte benötige. "Wenn die einmal bestellen, bleibt für uns nicht mehr viel übrig."
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