Strategie "Gesundheit2030"

Bundesrat erhebt Digitalisierung zur gesundheitspolitischen Priorität

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it forDer Bundesrat hat die Digitalisierung zu einer von vier gesundheitspolitischen Prioritäten für die kommenden zehn Jahre bestimmt. In seiner gesundheitspolitischen Strategie nennt der Bundesrat fünf zentrale Herausforderungen und zwei Ziele.

(Source: santiago silver / AdobeStock.com)
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Der Bundesrat hat in seiner Strategie 2020 - 2030 die gesundheitspolitischen Prioritäten für die kommenden zehn Jahre festgelegt. Zwei neue Schwerpunkte stehen auf der Prioritätenliste: die Digitalisierung sowie Arbeit und Umwelt. Der digitale Wandel, ein gesundes Arbeitsumfeld und umweltbedingte Gesundheitsrisiken zählten nun zu den dringlichsten Herausforderungen für das Gesundheitswesen, teilt der Bundesrat mit.

Die Digitalisierung werde das Gesundheitswesen nachhaltig beeinflussen, heisst es im Bericht zur gesundheitlichen Strategie des Bundesrats (PDF).

Der Bericht nennt fünf ausgewählte Herausforderungen, die der Bund mit den entsprechenden Mitteln anpacken soll:

  • Möglichkeiten und Grenzen der zielgerichteten Veränderung des Erbguts (Genom-Editing): Das Bestreben, nicht nur Krankheiten zu heilen, sondern auch die biologischen Grenzen menschlicher Existenz (Human Enhancement) zu überwinden, wirft Fragen auf. Ebenso fraglich ist der chancengleiche Zugang zu neuen Technologien für die Bekämpfung von Krankheiten sowie deren Finanzierbarkeit.

  • Möglichkeiten und Grenzen der informationellen Selbstbestimmung: Mit zunehmendem Wissen über die genetische Ausstattung der Menschen ergeben sich neue Möglichkeiten, gesundheitlich selbstbestimmt zu leben. Diese neuen Möglichkeiten werfen jedoch schwierige rechtliche und ethische Fragen auf, etwa in Zusammenhang mit dem Datenschutz und dem Recht auf Nichtwissen.

  • Chancen disruptiver Innovationen nutzen, Risiken rechtzeitig erkennen: Roboter und künstliche Intelligenz könnten die medizinische Versorgung verbessern, den Fachkräftemangel entschärfen, andererseits aber auch Arbeitsplätze ersetzen.

  • Potenzial der Gesundheitsdaten nutzen: Digital vernetzte Konsumenten wollen sich zu aktiven, informierten und fordernden Teilnehmern im Gesundheitswesen entwickeln. Dem Datenschutz muss angemessen Rechnung getragen werden, damit die Vorteile der Datenverknüpfungen genutzt werden können.

  • Koordinierte Digitalisierung: Die Digitalisierung im Gesundheitssystem muss die Mehrfachnutzung von Daten und Infrastrukturen ermöglichen. Möglich machen soll dies ein koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten. Dies soll Effizienzgewinne ermöglichen, indem einmal erfasste Daten für verschiedene Zwecke genutzt werden können.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, definiert der Bundesrat zwei Ziele:

  1. Gesundheitsdaten und Technologien nutzen. Alle Partner des Gesundheitssystems nutzen Gesundheitsdaten und neue medizinische Technologien unter Abwägung von Chancen und Risiken.

  2. Gesundheitskompetenz stärken: Bürgerinnen und Bürger können gut informiert, verantwortungs- und risikobewusst Entscheidungen treffen, die ihre Gesundheit sowie die Gesundheit ihrer Angehörigen bestimmen. Dabei werden sie von kompetenten Gesundheitsfachpersonen unterstützt. Der verantwortungsvolle Zugang zum solidarisch finanzierten Gesundheitswesen wird gestärkt.

Künstliche Intelligenz kann die Patientensicherheit auf der Intensivstation entscheidend verbessern – so lautet die Prämisse von "ICU-Cockpit", einem Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds. Forschende haben am Unispital Zürich drei Anwendungsfälle entwickelt, die bald im klinischen Alltag zum Einsatz kommen sollen. Lesen Sie hier mehr dazu.

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