Neuer Anlauf nach Kritik

Facebooks Libra will mit dem Segen der Finma durchstarten

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Die Genfer Libra Association beantragt eine Finma-Lizenz als Zahlungssystem. Im Zuge teils heftiger Kritik hat die von Facebook gestartete Initiative ihr Konzept massgeblich umgestellt. Das sind die neuen Pläne.

(Source: khonkangrua / iStock.com)
(Source: khonkangrua / iStock.com)

Das Libra-Projekt macht einen nächsten Schritt, um seinen digitalen Zahlungsdienst doch noch zu starten. Die Libra Association hat bei der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht Finma ein Gesuch für eine Bewilligung als Zahlungssystem eingereicht, wie die Behörde auf ihrer Website schreibt. Das Gesuch sei "nicht in allen Punkten vollständig, erlaubt aber, dass der formelle Bewilligungsprozess der FINMA starten kann". Wie lange dieser dauere, könne nicht bekanntgegeben werden. Libra wiederum geht davon aus, den Betrieb noch dieses Jahr aufzunehmen.

Pläne deutlich abgespeckt

Das Gesuch, welches die von Facebook und weiteren Partnern gegründete Organisation einreichte, unterscheide sich deutlich vom ursprünglichen Projekt. In der ersten Präsentation sprach Facebook noch davon, Menschen auf der ganzen Welt Zugang zu einem Blockchain-Finanznetzwerk geben zu wollen. Die Kryptowährung Libra sollte an mehrere staatliche Währungen gekoppelt sein, um Spekulationen zu vermeiden.

Im neuen Konzept (hier als PDF) steht diese Idee weniger im Vordergrund, schreibt die "New York Times". Stattdessen sollen neu auch Stable Coins geschaffen werden, die an eine einzelne reale Währung gebunden sind. Es erinnere ein wenig an digitales Geld in einem Paypal-Account, erklärt die New York Times. Man strebe danach, "ein marktorientiertes, offenes und wettbewerbsfähiges Netzwerk zu sein", zitiert "The Register" einen Tweet des Libra-Mitgründers David Marcus.

Reaktion auf Kritik

Die ursprünglichen Libra-Pläne waren auf teils heftige Kritik gestossen. So warf der US-Amerikanische Kongress der Projekt vor, gezielt zu versuchen, Regulierungen staatlicher Finanzbehörden zu umgehen, wie die New York Times schreibt. Viele der ursprünglichen Projektpartner haben das Libra-Projekt inzwischen verlassen, darunter Mastercard, Visa, eBay und Stripe. Man wolle mit dem neuen Konzept gezielt auf die kritischen Rückmeldungen reagieren, zitiert die Zeitung einen Sprecher. Laut früherer Medienberichten hatte Facebook-CEO Marc Zuckerberg bekräftigt, Libra keinesfalls ohne den Segen der Regulierungsbehörden zu starten.

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