Herzstück: Abraxas Personenregister

Im Fluss der Daten

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von Gregor Patorski, Redaktor und Mediensprecher, Abraxas

Das Herzstück für die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen sind die Personendaten. Nur wenn diese möglichst vielen verschiedenen Fachlösungen zur Verfügung gestellt werden, können administrative Verwaltungsakte durchgängig und medienbruchfrei und unter dem Strich effizienter gestaltet werden. Aus diesem Grund entwickelt Abraxas ein neues, domänenüber­greifendes Personenregister.

Patrick Kohler, Leiter Verkauf Gemeinden bei Abraxas (Source: zVg)
Patrick Kohler, Leiter Verkauf Gemeinden bei Abraxas (Source: zVg)

Verwaltungsgeschäfte erfordern oft das Zusammenspiel mehrerer Verwaltungen, Ämter und Abteilungen. Damit das funktioniert, braucht es integrierte Gesamtlösungen, welche die Durchgängigkeit der Daten sicherstellen. Die Vorteile einer digital durchgängigen Datenlandschaft liegen auf der Hand: Die Zusammenarbeit wird einfacher und steigert damit auch die Produktivität und Effizienz. Einfachere und schnellere Prozesse innerhalb einer Verwaltung oder auch über mehrere Verwaltungsebenen hinweg kommen direkt auch der Bevölkerung und den Mitarbeitenden zugute. Weil weniger Fehler im Prozess gemacht werden können (etwa bei Adressänderungen, Änderungen der Lebenssituation oder bei Todesfällen), führt Durchgängigkeit auch zu einer besseren Datenqualität. Weitere Vorteile sind eine höhere Flexibilität und weniger Aufwände.

Herzstück: Abraxas Personenregister

Im heutigen Set-up bei Abraxas können diese Ziele nicht ganz erreicht werden, weil das kommunale Personenregister Bestandteil der Einwohnerlösung ist. Daher lag die Entscheidung auf der Hand, ein neues, auch überkommunales Personenregister zu entwickeln.

Als oberster Domänen-Architekt bei Abraxas ist Marcel ­Oberer verantwortlich für die Modellierung der neuen Lösung: «Es ist eine extrem spannende und herausfordernde Aufgabe, auch in der Softwareentwicklung. Wir werden mit dem Personenregister eine neue, wichtige und gute Querschnittslösung anbieten, die in allen unseren Fachanwendungen eingesetzt werden soll.»

Ein weiteres Ziel ist die Unabhängigkeit der Personendaten von der Einwohnerlösung - künftig können also Mutationen aus allen berechtigten Fachlösungen (etwa für das Strassenverkehrsamt, für die Steuern etc.) gemacht werden. So muss eine Person jeweils nur ein Mal bewirtschaftet werden und die Daten stehen in allen Fachlösungen aktualisiert zur Verfügung.

Zu guter Letzt können auch in die Jahre gekommene Lösungen wie EK (Vorgängerlösung von LOGANTO) oder P+A (kommunale Personen + Adressen) ausser Betrieb genommen werden. «Zusammen mit der Integration der bestehenden, funktional umfassenden Innosolv-Einwohnerlösung entwickeln wir das Personenregister als neues Herzstück», bilanziert Oberer. Vorteile dieses neuen Set-ups für die Kunden sind eine höhere Produktivität und Flexibilität, eine bessere Datenqualität und eine geringere Fehleranfälligkeit.

Datenmarkt für Personendaten

Das Abraxas Personenregister wird sowohl natürliche Personen als auch juristische Personen beinhalten. Die natürlichen Personen enthalten sowohl Einwohner wie Nicht-Einwohner. Es werden sämtliche in den eCH-Standards vorgesehenen Merkmale geführt (z. B. Namen, Geburtsdatum, Wohnadresse, Meldeverhältnisse). Die Datenführung und -nachführung geschieht durchgängig mit eCH-Datenstandards.

Das Personenregister umfasst daneben auch offizielle Verzeichnisse, die etwa über das BFS bezogen werden können: historisches Gemeindeverzeichnis, Nomenklatur Staaten und Gebiete oder Heimatort (Definitionen gemäss eCH-Standards). Das Personenregister beinhaltet auch Daten über seine Konfiguration sowie über die Berechtigungen. So wird etwa bei den Fachlösungen zwischen Produzenten (z. B. Innosolv Einwohner) und berechtigten Konsumenten (z. B. FIS FinanzSuite) von ­Daten im Personendatenmarkt unterschieden.

Nachhaltige Verbesserung der Qualität

Bei Beteiligung aller Fachlösungen bringt das Personenregister unter dem Strich den Kunden von Abraxas im Zusammenhang mit Personendaten nachhaltige, qualitative Verbesserungen. Es hilft, Medienbrüche zu vermeiden und nutzt, wo zugelassen, bestehende Informationen zu einer Person, ohne dass deren Daten nochmals erfasst werden müssen.

Patrick Kohler, Leiter Verkauf Gemeinden bei Abraxas, umreisst im Interview die Bedeutung des neuen Personenregisters für Gemeindekunden.

Weshalb braucht es überhaupt durchgängige Lösungen?

Patrick Kohler: Bei Digital Government ist nicht nur eine Durchgängigkeit innerhalb einer Verwaltung gefragt, sondern auch Durchgängigkeit nach aussen hin zur Bevölkerung, zu den Unternehmen und natürlich auch zu anderen Verwaltungen. Der wesentliche Punkt, um das zu erreichen, ist es, Medienbrüche abzubauen. So minimiert man Doppelerfassungen und Datenredundanzen und optimiert indirekt die Datenqualität. Wenn man das kann, dann kann man die Prozesseffizienz einer Verwaltung erhöhen. Das neue Personenregister ermöglicht genau diese Durchgängigkeit.

Was sind die wesentlichen Vorteile des neuen Personenregisters?

Das Personenregister stellt innerhalb der Gemeinde-Suite die notwendigen Personendaten zur Verfügung. Es steht im Zentrum der Gemeinde-Suite. Das wird nicht nur die Kommunikation vereinfachen, sondern grundsätzlich eine einfachere Bearbeitung der Geschäftsfälle ermöglichen. Das Personenregister wird auch die heutige Rückführung nach EK P+A hinfällig und so die Datenhaltung konsistenter machen. Ich bin überzeugt, dass durch das Personenregister - mit der Logik, die man dort einbaut - eine bessere Datenqualität und -transparenz für die Kunden erreicht wird. Ausserdem stehen die Daten domänen- und organisationsübergreifend für verschiedene Fachlösungen zur Verfügung.

Was können Kunden von der neuen Einwohnerlösung erwarten?

Dank unserer Partnerschaft mit Innosolv erhalten sie eine Lösung, die von den Funktionen umfangreicher ist als ­LOGANTO. Wir konnten auf dem Markt beobachten, dass dies besonders im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung und speziell auch für grössere Verwaltungen ein wichtiges Argument ist. Aktuell sind wir bereits daran, zwei Pilotgemeinden umzustellen und spielen die Daten ein. Die ersten Feedbacks sind durchwegs positiv. Innerhalb der nächsten Monate werden wir diese Piloten abschliessen können. Wir werden im Laufe des Jahres 2021 weitere Einwohnerdienste auf die neue Lösung umstellen, bevor wir mit dem flächendeckenden Rollout starten.

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