14 Einzelkredite

Kanton Bern soll 428 Millionen Franken in IT investieren

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Die Finanzkommission des Kantons Bern empfiehlt dem Grossen Rat, 14 verschiedene Kredite für Informatikgeschäfte anzunehmen. Trotz verstärkter Zentralisierung kommt es zu Mehrkosten. Insgesamt geht es um 428,1 Millionen Franken.

(Source: Schlierner / Fotolia.com)
(Source: Schlierner / Fotolia.com)

14 Mal befasst sich der Grosse Rat des Kantons Bern diesen Winter mit Krediten in Zusammenhang mit der Verwaltungs-IT. Nach intensiver Prüfung empfehle man die Geschäfte zur Annahme, schreibt die Finanzkommission in einer Mitteilung.

Mehrkosten für Bedag-Vertrag

Für die ICT-Grundversorgung im kommenden Jahr liegen Kreditanträge in Höhe von 111,6 Millionen Franken vor. Der grösste Posten (110,3 Millionen Franken) ist der Rahmenkredit für das Amt für Informatik und Organisation (KAIO), welches für den grössten Teil der Verwaltung zuständig ist.

Die Kosten des KAIO-Kredits seien im Vergleich zu letztem Jahr um 6,3 Prozent gestiegen, heisst es in der Mitteilung. Hauptgrund dafür sei ein neuer Vertrag mit dem IT-Dienstleister Bedag, der zusätzliche Leistungen beinhalte sowie Leistungen berücksichtige, welche bis anhin bereits vom Unternehmen erbracht, aber nicht abgerechnet wurden. "Zurzeit wird ein Benchmark zum kantonalen Workplace durchgeführt, und gestützt auf die Ergebnisse werden Optimierungsmassnahmen geprüft werden", schreibt die Finanzkommission.

Fachapplikationen: Zentralisierung läuft, Kosten steigen dennoch

Für die Jahre 2021 bis 2023 liegen Kreditanträge der Direktionen für Fachapplikationen vor. Die verstärkte Zentralisierung zahle sich aus, kommentiert die Finanzkommission. "So konnten dank der verbesserten Übersicht, welche Applikationen wo vorhanden sind, rund 380 Applikationen ersatzlos gestrichen werden und 240 weitere wurden harmonisiert, also zusammengeführt."

Verglichen mit der letzten Kreditperiode steigen die Kosten dennoch fast überall an, wie es weiter heisst: So stiegen in fast allen Bereichen die Anforderungen an die Verwaltung (Mengenausweitung, Zunahme der Komplexität, höhere Qualitätsansprüche, höhere Sicherheitsansprüche, neue Digitalisierungsvorhaben). Insgesamt belaufen sich die Anträge auf eine Summe von 235,8 Millionen Franken, oder durchschnittlich 78,6 Millionen Franken pro Jahr.

Es sei unabdingbar, über stabile Informatiksysteme zu verfügen, um die Anforderungen ohne zusätzliches Personal erfüllen zu können. "Der technologische Fortschritt ist ungebrochen hoch und einmal eingeführte Systeme veralten rasch, wenn sie nicht permanent auf dem neusten Stand gehalten werden", schreibt das Gremium weiter. Aufgrund der Prognose erwarte es eine Stabilisierung der IT-Kosten in den nächsten Jahren – "insbesondere nach der Realisierung des ERP-Grossprojekts, das mit hohen Investitionen verbunden ist".

Zusatzkredite für Kapo und DIJ

Zusätzliche Kreditanträge liegen von der Kantonspolizei (Kapo) und der Direktion für Inneres und Justiz (DIJ) vor. Die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft entwickelten zusammen mit der Swisscom ein System zur Vorgangsbearbeitung, welches die Effizienz steigern und dereinst eine Reihe bestehender Systeme ablösen soll. Für das Pilotprojekt sollen zusätzlich 5,5 Millionen Franken gesprochen werden.

Für die ICT-Grundversorgung der Kapo in den kommenden drei Jahren steht ein Rahmenkredit in Höhe von 71,1 Millionen Franken an. Das DIJ beantragt einen Zusatzkredit von 4,1 Millionen Franken für das kommende Jahr.

Unlängst kritisierte die Geschäftsprüfungskommission des grossen Rates das Beschaffungswesen im Kanton Bern. Denn nicht alle Beschaffungen laufen über eine der fünf zentralen Stellen. Erst 2025 könne man detailliert sagen, was und wie viel der Kanton insgesamt beschafft, wie Sie hier lesen können.

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