Interview mit Pascal Kaufmann

"Next Global Hot Thing" sucht das nächste Auterion

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Der Digital Economy Award findet am 11. November im Zürcher Hallenstadion statt. Wieder suchen der Mindfire-Gründer Pascal Kaufmann und seine Jury das "Next Global Hot Thing" 2021. Im Gespräch erklärt er, worauf es dieses Jahr in dieser ­Kategorie ankommt.

Mindfire-Gründer Pascal Kaufmann. (Source: © Bettina Theisinger)
Mindfire-Gründer Pascal Kaufmann. (Source: © Bettina Theisinger)

Sie sind Jurypräsident in der Kategorie "Next Global Hot Thing" des Digital Economy Awards. Worauf werden Sie dieses Jahr bei den gescouteten Unternehmen besonders achten und warum?

Pascal Kaufmann: Wie es der Name schon sagt, sind unsere Scouting-Partner auf der Suche nach Unternehmen, die international den Durchbruch schaffen können. Wir wollen dasjenige Team auszeichnen, welches das Produkt gebaut hat, das global zu einem Standard werden kann.

Wie wählen Sie das "Next Global Hot Thing" aus?

Bei der Evaluierung wenden wir ein Raster an und überprüfen etwa, wie international das Unternehmen beziehungsweise die Gründer aufgestellt sind. Haben sie entsprechende Erfahrung oder kennen sie nur Zürich und Umgebung? Dann ist auch wichtig bei der Auswahl, wie ambitioniert das Team ist: Gewisse Schweizer Unternehmen denken nicht über Landesgrenzen hinaus. Wenn man auf die Frage nach der Entwicklung der Firma etwa als Antwort erhält, dass man von Zürich einmal nach Basel und nach Bern und vielleicht mal nach Berlin expandieren wolle, ist das ein Anzeichen dafür, dass zu klein gedacht wird.

Das ist tatsächlich ein Schweizer Problem ...

Genau. Auch in die Kategorie "zu klein gedacht" gehören Unternehmen, die vor allem organisch wachsen wollen. Unsere Meinung in der Jury ist, dass es als Jungunternehmen wichtig ist, andere zu begeistern und überzeugen zu können. Über Investoren finanzielle Mittel zu beschaffen und die eigene Weiterentwicklung und das eigene Wachstum zu finanzieren, ist ein wichtiger Meilenstein. Unternehmer, die es schaffen, professionelle Geldgeber für sich zu gewinnen, haben schon sehr viel richtig gemacht.

Diese Kriterien dürften aber dennoch viele Start-ups heutzutage erfüllen. Was ist sonst wichtig?

Ein besonders wichtiger Faktor für die Jury sind "happy clients". Wir glauben nicht an Excel-Sheets oder Powerpoint-Slides – ein gewichtiger Beweis für den Erfolg eines Produkts sind zufriedene, glückliche Kunden. Dafür interviewen wir diese Kunden und fragen nach, warum das Produkt dieses Unternehmens süchtig macht oder hohen Nutzen stiftet und warum sie es jeden Tag einsetzen möchten.

Die Kandidierenden müssen im Evaluationsprozess vor der Jury pitchen. Worauf müssen sie dabei achten?

Beim Pitchen ist uns in der Jury wichtig, dass wir schnell verstehen, worum es geht. Kurz und knackig formulierte Pitches mit klaren Botschaften sind das A und O. In der Schweiz haben wir einer der höchsten Talentdichten der Welt und bauen die besten Produkte, aber haben oft nicht das Zeug dazu, eine Story weltweit zu vermarkten oder einen starken Brand aufzubauen. Verkaufen und überzeugen zu können, ist aber eine zentrale Eigenschaft erfolgreicher Unternehmerinnen und Unternehmer. In der Schweiz leiden gute Verkäufer oftmals noch unter dem absurden Vorurteil, dass ihr Produkt wohl minderwertig sein muss und vermutlich wenig dahintersteckt. In den USA ist es eher umgekehrt. Wer dort nicht verkaufen kann, dem glaubt man auch nicht, dass sein Produkt etwas taugt.

Was haben die Gewinnerin oder der Gewinner in ihrer Kategorie vom Sieg?

Mit dem Digital Economy Award in der Kategorie "Next Global Hot Thing" wollen wir die innovativsten und zukunftsträchtigsten Schweizer Unternehmen global ins Scheinwerferlicht rücken. Die Gewinner erhalten Zugang zu global relevanten Businessnetzwerken sowie zu grossen Publikationen, die über die Gewinner berichten. Wir organisieren Interviews mit Wirtschaftspublikationen in New York und Shanghai etc. Ich möchte mich gemeinsam mit der Jury dafür einsetzen, dass Schweizer Unternehmen und Schweizer Ideen weltweit durchstarten können. Interessant sind auch die Gewinner der letzten beiden Jahre, die global expandieren: das Fintech Sonect etwa oder der Drohnensoftwarehersteller Auterion. Auterion ist quasi der Standard in der Drohnenindustrie geworden. Die Jury hat seit Einführung des neuen Formats ein gutes Händchen bewiesen, ich bin überzeugt, dass auch dieses Jahr ein Unternehmen ausgezeichnet werden wird, das dem Label "The Next Global Hot Thing" alle Ehre machen wird.

Webcode
DPF8_216119

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