"Light"-Zertifikat

Bund plant zweiten Corona-Pass

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von dfr/dsc, watson.ch

Kurz nach dem Start des Corona-Zertifikats plant der Bund bereits ein zweites. Die neue Version ist für den Gebrauch im Inland gedacht.

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation plant ein zweites Covid-Zertifikat, das nur in der Schweiz verwenden werden soll und dessen QR-Code weniger Daten enthält. (Source: bag.admin.ch)
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation plant ein zweites Covid-Zertifikat, das nur in der Schweiz verwenden werden soll und dessen QR-Code weniger Daten enthält. (Source: bag.admin.ch)

Obwohl nach langem hin und her erst gerade das erste Corona-Zertifikat gestartet ist, plant der Bund bereits eine zweite Version.

Wie der "Blick" berichtet, soll der Bundesrat dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) am Freitag den Auftrag erteilt haben, ein weiteres Zertifikat zu entwickeln. Unter dem Namen "Light-Zertifikat" soll es für den Einsatz im Inland gedacht sein.

Wieso braucht es ein zweites Zertifikat?

Die Light-Version soll weniger persönliche Daten enthalten. Damit will der Bund verhindern, dass die Gesundheitsdaten in falsche Hände geraten.

Der Eidgenössische Datenschützer sagt dazu: "Dieser zweite Code verunmöglicht, dass bei der Auslesung des Zertifikats die Datenminimierung umgangen werden kann. Wer diesen zweiten Code verwendet, verhindert, dass Unberechtigte durch Einsatz nicht autorisierter Software bei der Auslesung seines Zertifikats erkennen können, aus welchem Grund dieses als gültig oder ungültig angezeigt wird."

Konkret heisst das: Veranstalter, Restaurants oder Kinos in der Schweiz könnten bei der Light-Version nur sehen, ob das eigentliche Zertifikat gültig ist oder nicht. Sie sehen jedoch nicht, ob jemand geimpft, genesen oder getestet ist.

Im eigentlichen Zertifikat sind all diese Informationen erhalten. Mehr noch: Man sieht auch, ob eine Person einen PCR- oder einen Schnelltest gemacht hat oder mit welchem Impfstoff sie geimpft wurde.

Für den Einsatz in der Schweiz spielen all diese Angaben jedoch keine Rolle.

Braucht es eine separate App?

Nein. Ziel ist, dass man den Corona-Pass direkt in der "Covid Certificate"-App in eine Light-Version umwandeln kann. In der App lassen sich mehrere Zertifikate speichern.

Wie diejenigen Personen, die das alles lieber auf Papier haben wollen, an ihre Light-Version kommen, wird derzeit noch vom BIT abgeklärt.

Wann soll diese Light-Version kommen?

Laut Plänen des BIT soll die Light-Version am 12. Juli verfügbar sein. Dass es eine Light-Variante geben wird, ist auch dem eidgenössischen Datenschützer Adrian Lobsiger zu verdanken. Er würde es jedoch bevorzugen, wenn die Light-Version schon früher zur Verfügung stehen würde.

In einem Hintergrundgespräch mit Projektverantwortlichen für das Covid-Zertifikat wurde am Montag gesagt, die App-Entwickler seien noch nicht so weit, sie arbeiteten insbesondere an der Benutzeroberfläche. Die zusätzliche Funktion müsse für die Nutzer verständlich dargestellt werden.

Im Inland wird man das Zertifikat voraussichtlich nur für einen sehr begrenzten Zeitraum benötigen. Geht es nach dem Bundesrat, so sollen alle Zugangs- und Kapazitätsbeschränkungen fallen, sobald alle, die das wollen, vollständig geimpft sind. Dies soll voraussichtlich Ende dieses Sommers der Fall sein.

Wird man die Light-Version auch im Ausland einsetzen können?

Nein. Denn die genauen Informationen, die der QR-Code des ursprünglichen, EU-kompatiblen Zertifikats enthält, sind je nach Einreiseland wichtig. So will die EU beispielsweise nur Leute einreisen lassen, die einen PCR-Test absolviert haben. Bei der Light-Version wäre jedoch nicht ersichtlich, welcher Test genau gemacht wurde.

Auch wird es wahrscheinlich Länder geben, die nur geimpfte Personen einreisen lassen. Diese Information ist ebenfalls nur auf dem normalen Zertifikat ersichtlich.

Die EU hat am 1. Juni testweise ein IT-System gestartet, damit die nationalen Covid-Zertifikate ihrer Mitgliedsstaaten in Zukunft grenzüberschreitend funktionieren. Dabei kommt ein Gateway-Server in einem Rechenzentrum der EU-Kommission in Luxemburg zum Einsatz. Über diesen Server kann die Überprüfung der Zertifikate abgewickelt werden.

Sieben EU-Mitgliedsstaaten stellen bereits versuchsweise Zertifikate aus und testen das IT-System, darunter Deutschland. Noch diese Woche werde ein erster Testlauf seitens Schweiz durchgeführt, erklärte das BIT an einem Hintergrundgespräch am Montag. "Wir sind in der zweiten Gruppe und können ab dieser Woche mit der EU Tests durchführen".

Bis Ende Juni soll das IT-System der EU europaweit funktionieren und dann auch den Schweizerinnen und Schweizer mit Zertifikat das Reisen ins Ausland erleichtern.

Dieser Beitrag ist zuerst auf watson.ch erschienen.

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