Studie von Columbus Consulting

Schweizer Privatbanken hinken bei Digitalisierung hinterher

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von Eric Belot und lha

Columbus Consulting hat untersucht, wie weit die Digitalisierung bei Schweizer Privatbanken fortgeschritten ist. Das Ergebnis: Hiesige Privatbanken hinken Universal- und Neobanken hinterher.

Schweizer Privatbanken digitalisieren noch nicht so viel wie Universalbanken. (Source: Alex Ruhl / shutterstock.com)
Schweizer Privatbanken digitalisieren noch nicht so viel wie Universalbanken. (Source: Alex Ruhl / shutterstock.com)

Die schweizerisch-französische Beratungsgesellschaft Columbus Consulting hat eine Studie bei 29 Schweizer Privatbanken zur Digitalisierung der Branche durchgeführt. Ziel der Befragung war laut Columubs Consulting, zu messen und nachzuvollziehen, inwieweit Schweizer Privatbanken ihr Angebot digitalisieren und digitale Kanäle zur Bewerbung der eigenen Produkte nutzen.

Gemäss Studie hinken Schweizer Privatbanken in puncto Digitalisierung gegenüber Universalbanken hinterher. Weiter stellt das Unternehmen fest, dass Privatbanken nur zögerlich digitale Kanäle für Marketing nutzen. Ferner bedienen sie sich nur sehr bedingt sozialer Medien. Dennoch stechen gemäss Befragung drei Banken hervor.

Kaum mobile Anwendungen

Laut Columbus Consulting bieten 30 Prozent der befragten 29 Banken ihren Kundinnen und Kunden keine mobilen Anwendungen an. Bei den Unternehmen, die mobile Anwendungen anbieten, konzentrieren sich diese auf allgemeine Funktionen wie die Portfolio-Beratung, den Zugang zu Finanzpublikationen und sicheres Messaging, heisst es laut Finews.ch im Report.

Aus der Studie von Columbus Consulting geht hervor, dass die mobilen Anwendungen der Privatbanken, welche weiterführende Funktionen anbieten, sich auf Zahlungsanwendungen, Trading-Funktionen oder den Zugang zu einem Robo-Advisor fokussieren. Trading-Apps gehen so weit, dass sie anpassbare Dashboards anbieten, die dem anspruchsvollen Investor relevante Tools für eine effiziente Analyse seines Portfolios zur Verfügung stellen.

Privatbanken interessieren sich wenig für Digitalisierung

Schweizer Privatbanken schenken gemäss Columbus Consulting dem Marketing in digitalen Medien vergleichsweise wenig Bedeutung zu. Sie bevorzugen eher Displaywerbung. Bei Universalbanken und digitalen Banken sei das Gegenteil der Fall, sie investieren vor allem in Suchmaschinenoptimierung (SEO), um ihre Produkte zu bewerben.

Bei der Digitalisierung der Kundenbeziehung sind die Privatbanken weit weg von dem, was Universalbanken anbieten, wie die Autoren der Studie betonen. Sie sehen als Gründe die strategischen Investments sowie die Schwierigkeit, die aktuelle Private-Banking-Welt in die digitale Form zu übersetzen.

Drei Privatbanken heben sich ab

Die Studie zeigt, dass sich drei Schweizer Privatbanken von den restlichen absetzen: Vontobel, Julius Bär und Lombard Odier. Vontobel zeigte laut Studie am meisten seine digitale Affinität. Die Bank habe in den vergangenen Jahren diverse Applikationen und Tools entwickelt. Vontobel habe ausserdem eine Marketing-Präsenz im Web und bietet digitale Dienstleistungen an.

Vontobel bietet seinen Kundinnen und Kunden eine mobile App an. (Source: Columbus Consulting)

Julius Bär setzt sich gemäss dem Bericht von Columbus Consulting von allen befragten Privatbanken am meisten für digitales Marketing ein. Im Gegensatz zu anderen Geldinstitutionen ist die Bank auch auf populären sozialen Medien wie Facebook oder Youtube überdurchschnittlich präsent. Auch beim generellen Auftritt im Web schneidet die Zürcher Bank besser ab als die anderen Schweizer Privatbanken.

Julius Bär investiert besonders in digitales Marketing. (Source: Columbus Consulting)

Die Genfer Privatbank Lombard Odier ist im Internet allgemein sehr gut präsent, wie es in der Studie heisst. Dabei überzeugt die Bank laut "Finews.ch" besondes durch ihre überdurchschnittliche Interaktion auf den sozialen Medien. Zudem überzeuge die App durch ihre Benutzerfreundlichkeit.

Lombard Odier ist in den sozialen Medien stark vertreten. (Source: Columbus Consulting)

Zur Studie

Zu den 29 befragten Privatbanken zählen: Bergos, Baumann, BNP Paribas, Bonhôte, Bordier, Compagnie Bancaire Helvétique, Cramer, Edmond de Rothschild, EFG International, Gonet, Hinduja Bank, Hyposwiss, Intesa San Paolo, Julius Bär, Landolt, Lombard Odier, Maerki & Baumann, Millenium, Mirabaud, Piguet Galland, Pictet, Reyl, Rahn+Bodmer, J. Safra Sarasin, Société Générale, Syz, Thaler, Union Bancaire Privée und Vontobel.

Apropos Digitalisierung im Banking-Bereich: Die St. Galler Kantonalbank hat eine Open-Banking-Lösung der Zürcher Softwareschmiede Crealogix implementiert. Die Plattform soll es der Bank ermöglichen, neue Digital-Banking-Funktionen auszurollen, ohne bestehende Architekturen über den Haufen zu werfen. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

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