Mehr Malware in Kommunikationsdienst

Discords Erfolg lockt Cyberkriminelle an

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von Kevin Fischer und ml

Discord gewinnt an Beliebtheit - und das ruft Cyberkriminelle auf den Plan. Gemäss einer Sophos-Untersuchung hat das Volumen bösartiger Inhalte im Dienst zugenommen.

(Source: Feng Yu / Fotolia.com)
(Source: Feng Yu / Fotolia.com)

Cyberkriminelle entdecken zunehmend den beliebten Kommunikationsdienst Discord für sich. Wie Sophos mitteilt, ist das Volumen bösartiger Inhalte im Jahresvergleich um 140 Prozent gestiegen. Discord hat nach eigenen Angaben über 150 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Diese stammen mehrheitlich aus dem Privatbereich, aber auch Unternehmen nutzen den Dienst gemäss Mitteilung zunehmend.

"Discord bietet ein dauerhaftes, hochverfügbares und globales Verteilungsnetzwerk für Malware-Betreiber, sowie ein Messaging-System, das die Kriminellen ohne grossen Aufwand in Befehls- und Kontrollkanäle für ihre illegalen Aktivitäten umwandeln können", sagt Sean Gallagher, Senior Threat Researcher bei Sophos. "Die riesige Benutzerbasis von Discord bietet eine ideale Umgebung für den Diebstahl persönlicher und Anmeldeinformationen durch Social Engineering."

Passwortklau und Android-Malware

Unter den untersuchten bösartigen Inhalten sei auch eine Malware gewesen, die private Bilder von der Kamera eines infizierten Geräts stehlen kann. Die verschiedenen bösartigen Inhalte würden oft als spielbezogene Tools oder Cheats getarnt. Dabei stehen beliebte Onlinespiele wie Minecraft, Fortnite, Roblox oder Grand Theft Auto im Fokus.

Informationsdiebstahl ist die häufigste Bedrohung, wie es weiter heisst. Mehrere Malwaretypen dienten etwa dazu, Passwörter zu hacken oder zu exfiltrieren. Sophos entdeckte ausserdem Malware für Android.

Das Unternehmen empfiehlt Nutzerinnen und Nutzern, wie in einem E-Mail-Postfach wachsam gegenüber der Malware-Bedrohung zu bleiben. Ausserdem könne eine Sicherheitslösung Schutz vor Malware und weiteren Cyberbedrohungen bieten.

Erfolgreiche Cyberkriminelle erhalten von den Nutzerinnen und Nutzern vermutlich mehr Daten als Discord selbst erhebt. Gemäss einer Studie sammelt die App des Kommunikationsdiensts kaum Daten, wie Sie hier nachlesen können.

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