Pleite der Silicon Valley Bank ruft US-Regierung auf den Plan
Der Kollaps der kalifornischen Silicon Valley Bank hat Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Die US-Regierung will nun verhindern, dass es zu einer Kettenreaktion kommt.
Bloss keine Panik: So lautet die Botschaft der US-Regierung wenige Tage nach der Schliessung der insolventen Silicon Valley Bank (SVB). Einleger der Bank hätten ab Montag Zugriff auf ihr gesamtes Geld, teilen die US-Notenbank Fed, das Finanzministerium und der Bundeseinlagensicherungsfonds FDIC mit. Die Notenbank garantiert die Einlagen der SVB wie auch jene einer weiteren Bank, der auf Kryptowährungen spezialisierten Signature Bank in New York.
Ziel sei es, das Vertrauen in das Bankensystem wiederherstellen, heisst es in der Mitteilung. Dem Steuerzahler würden durch die Massnahmen keine Verluste aufgebürdet.
Die auf Start-up-Finanzierung spezialisierte SVB war nach einer gescheiterten Notkapitalerhöhung vorübergehend geschlossen und unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Zuvor hatten die Aktien der Bank an der Wall Street einen Rekord-Tagesverlust verbucht – innerhalb eines Tages wurden Börsenwerte von rund 80 Milliarden US-Dollar ausgelöscht.
Wenige Tage später, am vergangenen Sonntag, machten US-Bankaufseher auch die Signature Bank dicht. Der US-Einlagensicherungsfonds soll als Verwalter des Geldhauses fungieren. Die Einlagen beliefen sich per 8. März auf rund 89 Milliarden Dollar, wie die "Financial Times" berichtet.
Auf den Kollaps der beiden Finanzinstitute folgte ein Ausverkauf von Banktiteln in den USA – die Panik erfasste auch Europa; auch die Aktien der Schweizer Grossbanken UBS und CS gerieten unter Druck, wie "swissinfo.ch" berichtet.
Die Versuche der US-Behörden, die Märkte zu beruhigen, hätten bislang kaum geholfen. Es gehe in erster Linie um Einlagenschutz – eine staatliche Rettung des US-Start-up-Finanzierers SVB habe US-Finanzministerin Janet Yellen hingegen ausgeschlossen. Einige Ökonomen würden nun davon ausgehen, dass die jüngsten Vorfälle das Fed dazu veranlassen dürften, den geldpolitischen Straffungskurs in der nächsten Woche zu unterbrechen.
Übrigens: Ende Februar kam ein Betrugsfall ans Licht, in den auch eine Schweizer Bank verwickelt sein soll. Es geht um eine Summe von über 100 Millionen Dollar. Lesen Sie hier mehr dazu.
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