SRF, RTS und 20min verlieren

Medienmonitor: Tiktok, Instagram und Youtube gewinnen an Meinungsmacht

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Bekannte Schweizer Medienmarken wie das SRF oder 20 Minuten haben 2022 Reichweite und damit Meinungsmacht eingebüsst. Youtube, Instagram, Tiktok und die NZZ legten zu. Das geht aus dem Medienmonitor Schweiz hervor.

(Source: Erik_Lucatero / pixabay.com)
(Source: Erik_Lucatero / pixabay.com)

Grosse Schweizer Medienmarken haben im Jahr 2022 an Reichweite und damit auch an Meinugnsmacht verloren. Das geht aus dem Medienmonitor von Publicom hervor. Das Zürcher Medien- und Kommunikationsforschungs- und -beratungsunternehmen untersuchte im Auftrag des Bakom die Leistung verschiedener Medien für die Meinungsbildung im Land. 

Gemäss der Studie hatte etwa der Fernsehkanal SRF 1 in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent weniger Meinungsmacht. Facebook verzeichnet einen Rückgang von 13 Prozent, die Zeitung 20 Minuten 12 Prozent. Der französischsprachige SRG-TV-Kanal RTS 1, die deutschen Sender ARD und ZDF sowie Watson.ch verloren ebenfalls Anteile im zweistelligen Prozentbereich.

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) konnte ihre Meinungsmacht hingegen um 10 Prozent steigern, wie der Medienmonitor zeigt. Youtube und Instagram legten um drei respektive sieben Prozent zu. Die Video-Plattform Tiktok vergrösserte ihre Reichweite um satte 69 Prozent. Diese liegt laut der Studie aber insgesamt noch auf einem niedrigen Niveau.

Kumuliert habe die Meinungsmacht aller 176 untersuchten Marken um sieben Prozent abgenommen. Darunter hätten aber vor allem grosse Marken gelitten, die Schere zwischen ihnen und den kleineren habe sich eher geschlossen. Das sei "ein gutes Vorzeichen" für die Meinungsvielfalt.

Laut Publicom ist im Mehrjahresvergleich auch ein klarer Trend in Richtung Online-Medien und Social Media erkennbar, während die Reichweite traditioneller Mediengattungen wie Print, Fernsehen und Radio abnimmt. "Damit entfernen sich immer grössere Teile des Meinungsmarktes zunehmend aus dem unmittelbaren Wirkungsbereich der Schweizer Medienförderung", heisst es im Bericht zur Studie. Politik, Wirtschaft und Regulierung sollten daher die Digitalisierung und die Veränderung der Mediennutzung in den Fokus rücken.

Übrigens: In der Schweiz ist Facebook bei Menschen über 50 das beliebteste soziale Netzwerk, wie eine Studie der Zürcher Agentur Xeit zeigt. Angehörige der Generation Z dagegen bevorzugen klar Tiktok. 

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