Einigung mit der Europäischen Kommission

Update: Apple ordnet App-Gebühren in der EU neu

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von Coen Kaat und Netz-KI Bot und Alexandra Hüsler und René Jaun und tse, cka

Apple passt sein Gebührenmodell für Apps in der EU an. Die neuen Konditionen betreffen den App Store, alternative Zahlungen und externe Vertriebswege. Zugleich erweitert der Konzern den Zugang zu alternativen App-Marktplätzen.

(Source: Sara Kurfeß / Unsplash.com)
(Source: Sara Kurfeß / Unsplash.com)

Update vom 19.08.2026: Apple führt neue Geschäftsbedingungen für Apps in der Europäischen Union ein. Die Meinungsverschiedenheiten mit der Europäischen Kommission über die Geschäftsbedingungen und alternative Vertriebswege sind damit beigelegt, wie der US-amerikanische Hersteller mitteilt. Die Änderungen gelten ab dem ersten Oktober in der Europäischen Union und sollen zudem die Komplexität verringern. Denn nun würden für alle Entwickler, die Apps in der EU vertreiben, einheitliche Geschäftsbedingungen gelten.

Die neuen Provisionssätze für alternative App-Zahlungsmethoden und für alternativ vertriebene Apps lauten wie folgt:

  • Für Apps im App Store, die Apple-In‑App-Käufe nutzen, beträgt die Provision 26 Prozent.
  • Für Apps im App Store, die eine alternative Zahlungsabwicklung nutzen, beträgt die Provision 20 Prozent.
  • Für Apps im App Store, die für den Abschluss von Käufen aus der App heraus verlinken, beträgt die Provision 15 Prozent.
  • Für Apps, die über alternative App-Marktplätze oder das Internet verbreitet werden, erhebt Apple eine Core Technology Commission von 5 Prozent. Diese Gebühr pro Installation für "Entwickler, die eine aussergewöhnliche Reichweite" erzielen, ersetzt laut Mitteilung die bisherige Core Technology Fee.

Es gibt jedoch gewisse Ausnahmen. So zahlen Teilnehmende verschiedener Partnerprogramme (App Store Small Business Program, Mini Apps Partner Program und Video Partner Program) eine tiefere Provision: 15 Prozent (statt 26) für Apps mit In-App-Käufen, 10 Prozent (statt 20) für Apps mit alternativer Zahlungsabwicklung und ebenfalls 10 Prozent (statt 15) für Apps, die für den Zahlungsabschluss aus der App heraus verlinken. Und auch für Abonnements, die nach dem ersten Jahr automatisch verlängert werden, sinkt die Provision für Apps mit In-App-Käufen auf 15 Prozent. Die anfängliche Anschaffungsgebühr und die Gebühr für Dienstleistungen im Store entfallen laut Mitteilung mit den neuen Bedingungen. 

Apple kündigt zudem Schutzvorgaben für Minderjährige an. Apps in der Kategorie "Kinder" dürfen laut Apple nicht auf externe Transaktionsseiten verlinken. Bei Usern unter 18 Jahren müssen Apps mit alternativen Zahlungen einen Mechanismus vorsehen, der Eltern oder Erziehungsberechtigte vor einem Kauf einbezieht. Und bei Apps für Kinder unter 13 Jahren seien externe Links zu Transaktionsseiten ebenfalls ausgeschlossen.

Ferner erweitert Apple den Kreis möglicher Betreiber, die in der EU einen alternativen App-Marktplatz anbieten oder Apps über das Internet vertreiben dürfen. Qualifizieren könnten sich unter anderem börsenkotierte Unternehmen, risikofinanzierte Firmen, geprüfte Organisationen sowie staatliche Einrichtungen, Bildungseinrichtungen und Non-Profit-Organisationen. Apple besteht darauf, dass alternativ vertriebene Apps weiterhin eine Notarisierungsprüfung durchlaufen müssen.

Entwickler können auf der Website des Unternehmens die neuen Regelungen im Detail lesen.

 

Update vom 9.8.2024:

Apple überarbeitet Entwicklerregeln nach Kritik von EU-Kommission

Apple reagiert auf die Vorwürfe der EU-Kommission, gegen den europäischen Digital Markets Act (DMA) zu verstossen. Der Tech-Gigant passt – übrigens nicht zum ersten Mal – seine Richtlinien an, die für App-Entwickler und die App-Stores in der EU gelten, wie "Tech Crunch" berichtet.

So erhalten App-Developer mehr Freiheiten zum Bewerben alternativer Bezahlmöglichkeiten – abseits Apples eigener Bezahlschnittstelle. Dazu gehören Angebote auf Websites, in anderen Apps oder anderen App-Stores. Auch die bislang von Apple vorgegebenen Formulierungsvorgaben entfallen weitgehend.

User, die auf solche Links zu alternativen Bezahlmöglichkeiten klicken, erhalten standardmässig eine Warnung angezeigt – von Kritikern auch als "Scare Screens" bezeichnet, wie Tech Crunch anmerkt. Künftig sollen Nutzerinnen und Nutzer diese Hinweise aber auch abschalten können.

Schliesslich überarbeitet Apple auch die Gebührenstruktur für App-Entwickler und alternative App-Stores. Neu führt das Unternehmen eine "Initial Acquisition Fee und eine Store Services Fee" ein, die wiederum die im Frühling eingeführten reduzierten Entwicklergebühren ersetzen. Je nach Verkauf und Grösse müssen Entwickler jeweils zwischen 10 und 25 Prozent des erzielten Umsatzes an Apple abliefern, fasst "Heise" zusammen.

Zu den lautesten europäischen Kritikern der Apple-Entwicklergebühren gehört Spotify. Gegenüber "Reuters" teilt das Unternehmen mit, die neuen Änderungen genauer zu analysieren, fügt aber hinzu: "Auf den ersten Blick missachtet Apple mit der Forderung nach einer Gebühr von 25 Prozent für die einfache Kommunikation mit den Nutzern erneut in eklatanter Weise die grundsätzlichen Anforderungen des DMA."

Auch seitens EU-Kommission heisst es, man werde die Änderungen prüfen und auch das Feedback des Marktes und der Entwickler berücksichtigen.

 

Originalmeldung vom 21.6.2024:

EU-Kommissarin sieht Probleme bei Apples Umsetzung des Digital Markets Act

Im März 2024 hat die Europäische Kommission nach dem Ablauf der Umsetzungsfrist für den Digital Markets Act (DMA) eine Untersuchung wegen Nichteinhaltung gegen Apple, Alphabet und Meta eingeleitet. Der DMA verfolgt das Ziel, den digitalen Sektor fairer und wettbewerbsfähiger zu machen.

Bei der Untersuchung der Europäischen Kommission geht es unter anderem um die Frage, ob Apple andere Unternehmen daran hindert, seine Nutzer über günstigere Optionen ausserhalb des Apple-Stores zu informieren, heisst es in der Pressemitteilung der Europäischen Union.

(Source: zVg)

Margrethe Vestager, EU-Wettbewerbskommissarin. (Source: zVg)

Nun sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in einem Interview mit dem US-Senders CNBC, dass Apple zahlreiche "sehr ernste" Probleme im Zusammenhang mit dem DMA habe. Sie sei überrascht, dass Apple so stark verdächtigt werde, gegen die Vorgaben des DMA zu verstossen. Vestager fügte an, dass die Schlussfolgerungen der Untersuchung "hoffentlich bald" bekannt gegeben werden.

Das Interview fand statt, nachdem die "Financial Times" berichtete, dass die EU Apple im Kontext der Untersuchung unter dem Digital Markets Act anklagen will. Apple drohe bei einem Verstoss eine Geldstrafe von bis zu 10 Prozent seines weltweiten Jahresumsatzes. Die Anklage sei vorläufig und Apple hätte die Möglichkeit, Massnahmen zu ergreifen, um die Bedenken der Regulierungsbehörden zu zerstreuen.

 

Am 5. Juli 2022 hat das EU-Parlament dem Digital Markets Act und dem Digital Services Act zugestimmt. Ziel der beiden Gesetze ist die Regulierung von grossen Teh-Konzernen und deren Internetplattformen. Mehr dazu lesen Sie hier.

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moH5Fuq2