Digitalswitzerland ruft Verwaltungen zur Zusammenarbeit auf
In einer Studie stellt Digitalswitzerland fest, dass öffentliche Verwaltungen in puncto E-Government mehr erreichen können, wenn sie sich im digitalen Raum zusammenschliessen. Die Studie stützt sich auf eine Expertenbefragung und leitet daraus Handlungsempfehlungen für E-Gov-Verantwortliche ab.
Vor allem für kleine Gemeinden stellt die digitale Transformation eine Herausforderung dar, weil es ihnen oftmals an personellen und finanziellen Ressourcen für die Umsetzung von Projekten fehlt, wie aus der jüngsten Umfrage des Vereins "Myni Gmeind" hervorgeht. Wie der Verband Digitalswitzerland in einer Studie nun herausgefunden haben will, erreichen öffentliche Verwaltungen in Sachen E-Government mehr, wenn sie auf Gemeinde- sowie Kantonsebene zusammenarbeiten. Die Studie basiert auf einer mehrstufigen qualitativen Expertenbefragung und leitet daraus Handlungsempfehlungen für E-Gov-Verantwortliche ab.
Fehlende Anreize und Bürokratie als Hindernisse
Die Studienautoren erwähnen zunächst einige organisatorische Herausforderungen, mit denen die Verwaltungen im Rahmen von E-Government-Projekten konfrontiert sind. Ein zentrales Problem sei der "fehlende Anreiz für Veränderung und Innovation innerhalb der Verwaltungen", heisst es in den Ergebnissen. Dies führe dazu, dass etablierte Prozesse selten hinterfragt und neue Ansätze nur zögerlich verfolgt würden.
Ausserdem erschwerten "bürokratische Hürden wie komplizierte Beschaffungsrichtlinien" und fehlende gesetzliche Grundlagen die Projektumsetzung. Darüber hinaus habe die unzureichende Einbindung der Einwohner und Einwohnerinnen zur Folge, dass Projekte nicht optimal auf deren Bedürfnisse ausgerichtet seien.
Feedback einholen und unfertige Lösungen lancieren
Teil der Studie sind auch 11 regionale Fallstudien und ein daraus abgeleiteter Leitfaden, der Handlungsanweisungen an Akteure aus dem E-Government-Umfeld enthält. Projektverantwortliche sollten beispielsweise die Einwohnerinnen und Einwohner ins Zentrum der Bestrebungen stellen. Gefordert ist eine "Kundenzentrierung", die man bereits in der Konzeptphase berücksichtigen und in der Planungsphase durch das Einholen von Feedback, beispielsweise durch eine Fokusgruppenbefragung, überprüfen solle.
Weiter empfiehlt die Studie, frühzeitig Testversionen zu veröffentlichen und Feedback der User systematisch zu erheben, um die Entwicklung flexibel anzupassen. Frühzeitige Releases würden den Anspruchsgruppen mehr bringen als fertige Lösungen, schreiben die Studienautoren und ergänzen: Verwaltungen sollten sich damit abfinden, dass sie "Lösungen auf den Markt bringen, die nie fertig sind, da sie laufend weiterentwickelt werden".
Digitalswitzerland publizierte den Ergebnisbericht in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post, den Kantonen Aargau, Schwyz, Schaffhausen sowie den Städten Lausanne, Luzern, Bern und Lugano. Forschungspartner der Studie ist das Beratungsunternehmen Sieber&Partners. Die Ergebnisse der Studie stehen online (PDF) bereit.
Im September stellte sich Digitalswitzerland übrigens gegen einen Sparvorschlag der Arbeitsgruppe von Serge Gaillard - es geht um den Verzicht auf Anschubfinanzierungen für Digitalisierungsprojekte aus dem privaten und dem öffentlichen Sektor. Mehr dazu lesen Sie hier.
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