Bis 2034 rund 15 Milliarden Franken mehr

KI-Innovationen treiben die Schweizer Wirtschaft an

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von Valentina Graziano und cka

KI-gestützte Innovationen kurbeln die Schweizer Wirtschaft um bis zu 15 Milliarden Franken an. Laut einer von Google und Digitalswitzerland in Auftrag gegebenen Studie sollen diese Wertschöpfungsgewinne dank der Wiederbelebung von Forschung und Entwicklung, lokaler Produktion sowie verbesserter Vermarktung von KI zustande kommen.

(Source: freepik / Freepik.com)
(Source: freepik / Freepik.com)

Künstliche Intelligenz (KI) soll die Schweizer Wirtschaftslandschaft beflügeln - das zeigt eine von Google und Digitalswitzerland in Auftrag gegebene Studie der Implement Consulting Group. Bis 2034 sollen KI-Innovationen rund 15 Milliarden Franken pro Jahr dem Schweizer Bruttoinlandsprodukt (BIP) beisteuern, wie das Unternehmen über die Studie berichtet. Dabei übernehmen innovative digitale Organisationen eine zentrale Schlüsselrolle als Treiber der Erfolgsrechnung. Die aktuelle Studie stützt sich auf eine im Jahr 2024 ebenfalls von der Implement Consulting Group durchgeführte Analyse zur Einführung von KI. Diese sieht bis 2034 schätzungsweise ein jährliches BIP-Wachstum von insgesamt 11 Prozent vor, was 80 bis 85 Milliarden Franken entspricht. 

Ausschlaggebende Schlüsselbereiche und Chancen

Drei Schlüsselbereiche sollen laut der Studie einen Mehrwert aus KI generieren und somit die Schweizer Wirtschaft ankurbeln. "Um in diesem neuen Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben und die Vorteile der KI-Ära zu sichern, müssen wir diese Chancen mutig und verantwortungsvoll wahrnehmen und dafür sorgen, dass KI der gesamten Bevölkerung zugutekommt und die Schweiz nicht nur wohlhabend und innovativ, sondern als Gesellschaft auch integrativ und verantwortungsbewusst bleibt", lässt sich Christine Antlanger-Winter, Country Director von Google Switzerland, in der Mitteilung zur Studie zitieren.

  • Innovationstätigkeit mit KI: Europa und die Schweiz erleben laut Mitteilung einen globalen Rückgang der Produktivität in der Forschung und Entwicklung (F&E) und geringere Renditen auf F&E-Investitionen im Vergleich zu den USA. Nun soll KI dabei helfen, die Innovationstätigkeit wiederzubeleben. Somit verdopple sich die Qualität der Lösungen und dabei erhöhe sich die Effizienz der Schweizer F&E um 10 bis 20 Prozent. Ausserdem könnte KI den gesamtgesellschaftlichen Nutzen bis zu siebenmal mehr als die Gewinne auf Unternehmensebene erhöhen, wie es weiter in der Mitteilung heisst.
  • Produktion von KI: KI-Modelle, Rechenzentren und KI-Anwendungen sollen laut der Studie aktiver in der Schweiz entwickelt und betrieben werden. "Der Ausbau der KI-Produktion stellt eine bedeutende wirtschaftliche Chance dar, da Europa über einen komparativen Vorteil bei KI-Anwendungen und -Dienstleistungen verfügt."    
  • Kommerzielle Nutzung von KI: Um das KI-Innovationspotenzial besser zu vermarkten, würden Europa und die Schweiz mehr innovative Unternehmen brauchen. Diese seien fundamental "für die Entwicklung, Verbreitung und Beschleunigung transformativer KI-Innovationen in zentralen Wirtschaftssektoren". Zudem sei die Annäherung innovativer Schweizer Digitalunternehmen ein wichtiger Hebel für das Wirtschaftswachstum. 

Das Bild zeigt Martin Hvidt Thelle (Partner, Implement Consulting Group), Christine Antlanger-Winter (Country Director Google Switzerland) und Franziska Barmettler (CEO digitalswitzerland).

Martin Hvidt Thelle, Partner der Implement Consulting Group; Christine Antlanger-Winter, Country Director von Google Switzerland; Franziska Barmettler, CEO von Digitalswitzerland (v.l.). (Source: zVg)

Laut Franziska Barmettler, CEO von Digitalswitzerland, liefere diese Studie belastbare Fakten und eine solide Grundlage, um die enormen Vorteile von KI in der Schweiz zu nutzen. "Unser Fokus liegt darauf, dass diese Vorteile traditionelle Branchen sowie KMU erreichen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden, wie auch die Förderung der verantwortungsvollen Einführung von KI-Technologien."

"Die Anwendung von KI in der F&E kann das BIP der Schweiz um 1,7 Prozent steigern, verglichen mit 1,4 Prozent in der EU", sagt Martin Hvidt Thelle, Partner der Implement Consulting Group. Das Potenzial sei laut Thelle in forschungsintensiven Branchen wie der Pharmaindustrie und der modernen Fertigung besonders ausgeprägt. Zudem sei GenAI eine neue Erschaffungsmethode, welche den langfristigen Rückgang der F&E-Produktivität umkehren kann. "Die vorhandene Stärke der Schweiz bei der Skalierung junger, innovativer Unternehmen wird entscheidend sein, um das Innovationspotenzial der KI voll ausschöpfen zu können."

 

In einer gemeinsamen Studie zeigen der Kanton Zürich und Deloitte, wie KI und Digitalisierung gegen die bis 2050 auf 600 Milliarden Franken geschätzte BIP-Lücke aushelfen können. Lesen Sie hier mehr dazu. 

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