Digitale Souveränität mit Open-Source-Technologien als idealer Mittelweg
Digitale Souveränität bedeutet volle Kontrolle über Daten und IT-Systeme. In der Praxis lässt sich das durch Wiederverwendung und Entwicklung von Open-Source-Technologien realisieren. Dies stärkt Innovation, Wettbewerb, lokale Wertschöpfung und die digitale Resilienz der Schweiz.
Gemäss der Definition durch den deutschen Digital Gipfel 2018 umfasst die digitale Souveränität eines Staates oder einer Organisation "zwingend die vollständige Kontrolle über gespeicherte und verarbeitete Daten sowie die unabhängige Entscheidung darüber, wer darauf zugreifen darf." Digitale Souveränität bedeutet ausserdem "die Fähigkeit, technologische Komponenten und Systeme eigenständig zu entwickeln, zu verändern, zu kontrollieren und durch andere Komponenten zu ergänzen".
Diesem Verständnis von digitaler Souveränität haben sich seit Juli 2025 über 160 Schweizer Behörden, Firmen, Verbände und Stiftungen als "Netzwerk SDS – Souveräne Digitale Schweiz" angeschlossen (netzwerksds.ch). Konkret bedeutet die "vollständige Kontrolle" über die eigenen Daten, dass Verantwortliche souverän entscheiden können, wer wann welchen Zugriff erhält. Insbesondere im Krisenfall, wenn die Schweizer Eidgenossenschaft etwa aufgrund von Zollverhandlungen oder F-35-Preisdiskussionen unter dem Druck der USA steht, darf es nicht sein, dass diese Regierung auf Daten von Schweizer Behörden zugreifen kann, wie dies heute der Cloud Act bei amerikanischen Unternehmen ermöglicht. Heikle Unterlagen müssen somit auf Schweizer Servern in Schweizer Rechenzentren von Schweizer Firmen oder den staatlichen Stellen selbst gespeichert sein.
Souveränität zwischen Fremdbestimmung und Autarkie
Heisst das nun, dass alle technologischen Komponenten in der Schweiz entwickelt werden müssen? Nein, denn das wäre "Autarkie", und würde, wie in Nordkorea, unweigerlich zu Verzicht und Wohlstandsverlust führen. Bei den Informations- und Kommunikationstechnologien kommt der zweite Teil der oben genannten Definition ins Spiel: Digital souveräne Akteure sind in der Lage, ihre IT-Infrastruktur, Anwendungen und KI-Modelle selbst zu kontrollieren und zu erweitern.
Heute besteht in vielen Bereichen der Informatik eine hohe Fremdbestimmung. Ursache sind proprietäre Technologien, weil dort das geistige Eigentum den Herstellern gehört, während Kunden bloss eine Nutzungserlaubnis haben. So können die Rechteinhaber die Preise erhöhen oder die Produkt-Roadmap ändern und die Anwender haben aufgrund der Herstellerabhängigkeit (Vendor Lock-in) kaum Alternativen.

Open-Source-Technologien brauchen menschliches Know-how
Den idealen Mittelweg bieten Open-Source-Technologien, konkret Open-Source-Software, Open-Source-Hardware und Open-Source-KI-Modelle. Durch Open-Source-Lizenzen und Zugang zu den digitalen Wissensquellen (Quellcode, Baupläne, KI-Parameter, Trainingsdaten etc.) können Staat und Wirtschaft bestehende Komponenten wiederverwenden, durch offene Standards die Interoperabilität stärken und souverän über ihre IT-Systeme entscheiden.
Ausser den technologischen Bausteinen werden jedoch auch fähige Mitarbeitende benötigt, welche die digitale Infrastruktur als Interne und Externe kompetent aufbauen und betreiben können. Dies zeigt die Herausforderung der digitalen Souveränität: Es braucht mehr internes IT-Know-how und einen funktionierenden Markt lokaler IT-Anbieter. Gleichzeitig bieten diese beiden Punkte die Chance auf attraktive IT-Arbeitsplätze, eine höhere lokale Wertschöpfung sowie mehr Wettbewerb und Innovation. Und dies wiederum führt zu mehr Wahlmöglichkeiten, höherer Wechselfähigkeit und mehr digitaler Resilienz der Schweiz.
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