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Klarheit zeigt Wirkung: Wie SRF seine Organisation ausgerichtet hat und weiterdenkt

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von BOC Group

SRF hat in den vergangenen fünf Jahren auf Basis von ADONIS ein digitales Organisationsmodell etabliert, das Abläufe, Verantwortlichkeiten und Zusammenhänge sichtbar macht. Entstanden ist ein Fundament, das nicht nur die interne Arbeitsweise verbessert, sondern auch die Voraussetzung schafft, Automatisierung, KI und organisatorischen Wandel gezielt voranzutreiben.

source: Bild: © Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
source: Bild: © Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Vielspurige Realität

In der Produktion beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) entstehen Inhalte selten nacheinander. Bild- und Tonmaterial wird parallel bearbeitet, mehrfach verwendet und je nach Kanal unterschiedlich aufbereitet. Während ein Beitrag noch geschnitten wird, entstehen bereits Versionen für digitale Plattformen. 

Mit zunehmend vernetzten Produktionswegen wuchs bei SRF der Koordinationsaufwand. Vieles liess sich im direkten Austausch klären. 


Wenn Silos an ihre Grenzen stossen

Mit dem Ausbau digitaler Kanäle und von vielfältigen Produktionspfaden reichte diese Form der Abstimmung allein nicht mehr aus. Zwar existierten bei SRF einzelne Prozessbeschreibungen und organisatorische Regelungen – aber sie waren verstreut, oft uneinheitlich und nicht durchgängig nachvollziehbar. Gefragt war eine klarere Grundlage.

Weitere Details zur Umsetzung bei SRF bietet die BPM Case Study hier.


Wertschöpfung vor Organisation

Im Rahmen des strategischen Transformationsprojekts «SRF 2024» stellte das Unternehmen im Jahr 2019 eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Wie lässt sich ein komplexes Medienunternehmen inmitten permanenter Veränderung besser steuern?

SRF entschied sich für einen grundlegenden Perspektivenwechsel: Nicht mehr die Aufbauorganisation sollte Abläufe vorgeben, sondern aus dem Zusammenspiel der Ablauforganisation sollte SRF neu aufgestellt werden. Ausgangspunkt wurde die Wertschöpfung, gedacht als durchgängige End-to-End-Sicht über Abteilungsgrenzen hinweg.


Ein Werkzeug für den Wandel

Dafür setzte SRF auf softwaregestütztes Prozessmanagement mit der ADONIS BPM Transformation Suite. So wurde es erstmals möglich, die tägliche Zusammenarbeit klar zu modellieren – nicht als klassisches Organigramm, sondern als durchgängiges Zusammenspiel von Rollen, Aufgaben und technischen Systemen.

Auf dieser Grundlage wurde die neue SRF-Aufbauorganisation entwickelt. Sie orientiert sich nicht mehr an traditionellen Abteilungsstrukturen, sondern bildet ab, wie die Arbeit tatsächlich abläuft. Das Ziel war, Verantwortung dort zu verankern, wo sie wirkt.

Dazu wurden zuerst die Rollen im Unternehmen konsistent definiert. „Vorher hatten wir circa 2700 verschiedene Jobtitel bei 3200 Mitarbeitenden, heute sind es rund 350 klar zugewiesene Rollen“, sagt Jonas Bendel, Leiter Organisation & Prozesse bei SRF. Diese Vereinheitlichung war ein zentraler Schritt, um Prozesse mit eindeutigen Zuständigkeiten zu verknüpfen und Automatisierung überhaupt sinnvoll zu ermöglichen.

Über eine eigens entwickelte Schnittstelle zwischen SAP und ADONIS werden die relevanten Rolleninformationen heute jede Nacht automatisch synchronisiert und im gesamten System aktuell gehalten.


Neue Landkarte der Zusammenarbeit 

Mit ADONIS entstand ein digitales Abbild des Unternehmens, das nicht nur Prozesse darstellt, sondern sichtbar macht, wie Zuständigkeiten, Rollen und technische Systeme ineinandergreifen.

Heute bietet das ganzheitliche Organisationsmodell die Grundlage für das frühzeitige Zusammenbringen der vier Perspektiven Inhalt, Audience, Distribution und Produktion.

Diese gemeinsame Basis stärkt Anschlussfähigkeit in einer komplexen Umgebung und hilft Teams, auch bereichsübergreifend Verbesserungen anzustossen.
Im Vordergrund stand dabei nicht eine formale Vorgabe, sondern ein Hilfsmittel für die Praxis. «Es ging uns nicht um eine starre Abfolge, sondern um Orientierung: Was ist möglich? Wer ist verantwortlich? Wie arbeiten wir zusammen?», sagt Jonas Bendel.

Gleichzeitig entsteht durch das digitale Abbild Verbindlichkeit: «Prozesse sind nichts anderes als Zusammenarbeitsverträge», sagt Bendel: Gerade in einem föderalen Umfeld entscheiden die gemeinsam geteilten Informationen darüber, ob Veränderungen Wirkung entfalten können.


Verständnis schafft Veränderung    

Dort, wo Zusammenhänge nachvollziehbar werden, beginnt sich etwas zu verändern. In Workshops bietet die neue Gesamtsicht klare Orientierung in der bereichsübergreifenden Praxis.

«Jetzt verstehe ich erst, wie die anderen das gemeint haben», war die Rückmeldung eines Führungskaders nach dem ersten Kontakt mit den Modellen. 
 

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Jonas Bendel, Leiter Organisation & Prozesse bei SRF


«Veränderung braucht Beteiligung, nicht nur neue Strukturen», sagt Jonas Bendel. Und betont: «Mit unserem Organisationsportal können genau die Mitarbeitenden das Unternehmen voranbringen, die den Wandel wirklich gestalten wollen – über Abteilungsgrenzen hinweg.» 

Heute haben alle SRF-Mitarbeitenden Zugriff auf das Organisationsportal. Es bündelt zentrale Informationen wie Prozesse, Strategien, Rollen, Organigramme und Begriffe und macht diese für die tägliche Arbeit nutzbar. Neue Kolleginnen und Kollegen finden dort rasch Zugang und erkennen, wie ihre Rolle mit anderen zusammenhängt.

Das Portal dient nicht nur der Orientierung, sondern unterstützt auch selbstinitiierte Verbesserungen. Teams wenden sich heute von sich aus an die zentrale Stelle, um Prozesse weiterzuentwickeln.


Digitales Fundament für den nächsten Entwicklungsschritt

Die geschaffene Transparenz hat sich bereits im Folgeprojekt «SRF 4.0» und im SRG-Projekt «Enavant» bewährt. Sie zeigt, wie tragfähig die gemeinsame Grundlage ist: Doppelspurigkeiten wurden aufgedeckt und Synergien genutzt.

Vieles ist erreicht, aber «fertig» ist es nicht. Weiterentwicklung bleibt Alltag – und Anspruch.

Mit Blick auf Automatisierung und den Einsatz von KI war bei SRF früh klar: Ohne saubere Prozesse, konsistente Rollen und solide Zusammenhänge lassen sich solche Ansätze nicht optimal umsetzen. „Lieber weniger Modelle, dafür in guter Qualität“, so Bendel. 

SRF verfügt heute über ein belastbares Fundament mit verlässlichen Informationen, um auf neue Anforderungen gezielt reagieren zu können.

Verlässlichkeit und Orientierung sind kein Selbstzweck – sie machen Neues erst möglich. In einer Zeit der kontinuierlichen Transformation sagt Bendel: «Wir schaffen eine Basis für die nächste Veränderung. Das ist für mich der Kern.»


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