Verein Swiss FS-CSC gründet Cyber-Notfallstab
Der Verein Swiss FS-CSC will die Cyberresilienz von Banken, Versicherungen, Behörden und weiteren Finanzakteuren stärken und baut zu diesem Zweck eine zentrale Koordinationsstelle auf. Eine erste gross angelegte Übung in Zürich zeigt, wie die Zusammenarbeit im Ernstfall funktionieren soll.
Der Verein Swiss Financial Sector Cyber Security Centre (Swiss FS-CSC) hat eine Krisen-Koordinationszelle (CCC) aufgebaut. In einer systemischen Cyberkrise soll das Gremium die Koordination zur Schadensbegrenzung und zur Wiederherstellung der kritischen Prozesse und Dienstleistungen übernehmen. Im Forum der Schweizerischen Nationalbank in Zürich testete das Gremium seine Bereitschaft, sein Dispositiv und seine Prozesse im Rahmen einer Cyberübung, wie es in einer Mitteilung heisst.
Die CCC setzt sich demnach aus Vertreterinnen und Vertretern der wichtigsten Stakeholder zusammen. Die CCC-Mitglieder bekleiden COO- und Business-Resilience- oder andere hohe Management Funktionen in systemrelevanten Banken der Schweiz, bei grossen Versicherern, beim Bundesamt für Cybersicherheit BACS, bei der Schweizerischen Nationalbank, beim Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF), beim Börsenbetreiber Six und bei Verbänden der Schweizer und Liechtensteiner Finanzinstitute.
Ein Ausfall kritischer Systeme, Prozesse oder Institute des Finanzsektors könne der gesamten Wirtschaft schaden und negative Auswirkungen auch für die breite Bevölkerung der Schweiz mit sich bringen, schreibt der Swiss FS-CSC weiter. Cybersicherheit habe deshalb bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzinstituten höchste Priorität.
Der Swiss FS-CSC ging im April 2022 als Public-Private Partnership an den Start, um die Cyberresilienz des Finanzplatzes Schweiz zu stärken, wie er in einer Mitteilung schreibt. In Zusammenarbeit mit den Behörden soll seine Krisenkoordinationszelle (CCC) im Fall einer systemischen Cyberkrise die Koordination zur Schadensbegrenzung und Wiederherstellung kritischer Prozesse und Dienstleistungen gewährleisten.

Thomas Rosentreter (Six Group), Stefano Giedemann (Banca Stato del Ticino), Denis Labhart (SNB), Katharina Schaufelberger (Six Group), Michel Ingold (Zurich) und Alexandra Arni (Swiss FS-CSC) (v.l.). (Source: zVg)
"Bei einer systemischen Cyberkrise führt ein Cyberangriff zu weitreichenden Störungen auf dem Finanzplatz. Es sind also nicht nur einzelne Akteure betroffen, sondern das Zusammenspiel und die Stabilität des ganzen Systems wird gefährdet", lässt sich Alexandra Arni, Geschäftsführerin von Swiss FS-CSC, zitieren. Sie betont: "Im Ernstfall gilt es Betriebsunterbrüche zu verhindern und den Schaden zu begrenzen. Neben dem Schutz vor finanziellen Verlusten unserer Mitglieder und ihrer Kundschaft geht es auch darum, die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit gegenüber Kundinnen und Kunden sicherzustellen."
"Die Cyberübungen unterstützen den Finanzplatz dabei, im Fall einer Cyberkrise bereit zu sein, rasch und koordiniert zu reagieren, um den Schaden für die Volkswirtschaft zu minimieren", ergänzt Arni. "Die Übungen und deren Vorbereitung tragen aber auch dazu bei, zu verstehen, wie wir uns noch besser vor Cyberrisiken schützen, damit ein Cyberangriff gar nicht erst eine systemische Cyberkrise auslöst."
Bereits im März stand beim Swiss FS-CSC eine Cyberübung für Führungsriegen auf dem Programm. Lesen Sie hier mehr dazu.
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