Zürich statt Aargau

Update: Hitachi baut neuen Standort in Otelfingen

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von René Jaun und Valentina Graziano und cka, dwi

Die Würfel sind gefallen. Hitachi Energy errichtet einen neuen Standort im zürcherischen Otelfingen. Auf dem geplanten Campus sollen dereinst 3000 Personen arbeiten.

(Source: Wettingen.ch)
(Source: Wettingen.ch)

Update vom 16.06.2026: Hitachi hat den Standortentscheid gefällt. Das Unternehmen errichtet den künftigen Campus seiner Energiesparte in Otelfingen, Kanton Zürich.

In einer Mitteilung freut sich die Gemeinde Otelfingen über Hitachis Entscheid. Er sei "ein starkes Zeichen für die Attraktivität unserer Gemeinde und ihre Zukunftsperspektiven", schreibt die Verwaltung.

Unter anderem soll sich Hitachi im Jelmoli-Bau von Roland Rohn ansiedeln, wie es weiter heisst. Den Standortentscheid von Hitachi vergleicht Otelfingen denn auch mit der Ansiedlung von Jelmoli in den 60er Jahren.

Gegenüber "Blick" lobt Hitachi die in Otelfingen vorhandene Infrastruktur: auf dem kühnftigen Campus gebe es bereits Gebäude; und Otelfingen habe auch einen eigenen Bahnhof.

Enttäuscht ist man derweil im Kanton Aargau, denn der Standort Wettingen, den Hitachi als Alternative zu Otelfingen prüfte, ging diesmal leer aus. "Natürlich hätten wir uns einen anderen Entscheid von Hitachi gewünscht. Wir sind überzeugt, dass wir gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Ansiedlung eines Campus bieten können" lässt sich der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli zitieren.

Auch die Stadt Baden, aus der Hitachi wegzieht, bedauert den Entscheid. Mit dem Wegzug von Hitachi nach Otelfingen und in den Nachbarkanton Zürich fallen nicht nur Arbeitsplätze und Steuersubstrat weg, sondern unsere Region verliert einen wichtigen Pfeiler, der einen massgeblichen Beitrag zur regionalen Standortqualität leistet", zitiert "Nau" Markus Schneider, Stadtammann von Baden und Präsident von Baden Regio. Konkret wird Hitachi knapp 800 Arbeitsplätze von Baden, Dättwil und Turgi/Untersiggenthal nach Otelfingen auslagern, wie "Nau" zusammenfasst. Dereinst will der Industriekonzern 3000 Personen auf dem neuen Campus beschäftigen.

 

Update vom 06.05.2026:

Würenlos sträubt sich gegen Hitachi-Campus in Wettingen

Der japanische Industriekonzern Hitachi Energy hat Wettingen als möglichen Standort für einen neuen Campus auserwählt. Dazu beantragt der Aargauer Regierungsrat die Anpassung des Richtplans im Gebiet Tägerhardächer in Wettingen, wie es in einer Mitteilung heisst. Dies würde die benötigten 10,7 Hektar des Siedlungsgebiets festsetzen. Ausserdem stärke das Projekt die Wirtschaftsregion Limmattal, sichere 1000 bestehende und schaffe 2000 neue Arbeitsplätze.

Doch das Vorhaben stösst auf Widerstand seitens Würenlos. Der Gemeinderat bezeichnet das Projekt als "raumplanerischen Skandal" und werde "alle rechtlichen Mittel ausschöpfen - wenn nötig bis vor Bundesgericht". Denn 2012 hätten die Gemeinden Wettingen, Neuenhof, Killwangen und Würenlos den Sachplan "Sulperg-Rüsler" unterzeichnet, um das Gebiet zwischen Sulperg im Osten und Rüsler im Westen als letzten grossen grünen Siedlungstrenngürtel im Limmattal zu erhalten.

Da der Regierungsrat für das politische "Prestige-Projekt" die Richtplanänderung im Schnellzugtempo durchdrücken wolle, sei dies ausserdem eine "Hauruck-Übung", wie der Gemeinderat Würenlos weiter mitteilt. Dies würde normalerweise mehrere Jahre statt einige Monate dauern. "Damit werden relevante Hinweise nicht berücksichtigt, welche im Interesse der regionalen Bevölkerung, aber auch der Naturwerte und des Landschaftsschutzes sind und in einem ordentlichen Prozess beitragen, eine tragbare Lösung zu finden", schreibt Würenlos.

Würenlos beschuldigt zudem den Regierungsrat, keine alternativen Flächen in Betracht gezogen zu haben und somit seine raumplanerischen Verpflichtungen verletzt zu haben. Der Gemeinderat hält den Standort in Otelfingen für besser geeignet.

Auch der Umweltverband Pro Natura meldet sich zu Wort: "Wenn Hitachi Wettingen will, dann nur mit minimalem Bodenverbrauch, nachweislichem Biodiversitäts-Mehrwert und einem regionalen Nature-Positive-Investitionspaket für den Aargau - sonst ist der Eingriff nicht tragbar." Der Verband sei gesprächsbereit, um mitzuhelfen und Lösungen im Interesse der Natur und Bevölkerung zu entwickeln.

 

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