New York beschliesst Moratorium für Rechenzentren
New York hat als erster US-amerikanischer Bundesstaat ein Moratorium für den Bau grosser Rechenzentren verhängt. Aufgrund des hohen Strom- und Wasserverbrauchs üben aktuell zahlreiche US-Amerikaner Kritik an den Rechenzentren, die vielerorts entstehen.
Der Bundesstaat New York hat ein einjähriges Moratorium für den Bau grosser Rechenzentren (RZs) verhängt. Es ist der erste derartige Beschluss in den USA und verbietet vorerst den Neubau von RZs, die eine Leistung von mindestens 50 Megawatt benötigen, wie die Nachrichtenagentur "Reuters" schreibt. Damit stelle sich New York an die Spitze einer nationalen Debatte über die wachsende KI-Infrastruktur.
Das Thema vereint in den USA aktuell Stimmberechtigte von links bis rechts: Nur 14 Prozent würden den Bau eines RZs in ihrer Gemeinde unterstützen, wie "Reuters" ebenfalls berichtet. In vielen Kleinstädten - wie etwa Saline im Bundesstaat Michigan - sollen riesige Rechenzentren entstehen. Die lokale Bevölkerung ärgere sich dabei nicht nur über den Verlust von potenziellem Landwirtschaftsland, sie fürchte auch steigende Stromkosten und Wasserknappheit.
Mit genau diesen Befürchtungen rechtfertigt Kathy Hochul, Gouverneurin von New York, das Moratorium: "Da der Ausbau von Rechenzentren die Stromrechnungen in die Höhe zu treiben droht, unsere natürlichen Ressourcen erschöpft und bei den New Yorkern Unsicherheit hervorruft, ist es meine Verantwortung, Massnahmen zu ergreifen", sagt die demokratische Politikerin. Sie setze sich ausserdem für ein Gesetz ein, das die Steuervergünstigungen für grosse RZs abschaffen soll.
Betreiber reagieren unterschiedlich
Digital Realty hält das Moratorium grundsätzlich für eine schlechte Idee, da Investitionen nun einfach ausserhalb von New York getätigt würden. "Wir arbeiten gerne zusammen mit der Politik an Lösungen für ein verantwortungsbewusstes Wachstum, aber eine einjährige Pause ist nicht der richtige Ansatz", zitiert "Reuters" den RZ-Betreiber.
Doug Adams, CEO von NTT Global Data Centers, ist laut Bericht hingegen der Meinung, dass die Betreiber besser mit der Bevölkerung kommunizieren müssten. Die Leute wollten verstehen, "wie Rechenzentren die lokalen Gemeinschaften beeinflussen", sagt er und fügt hinzu, dass er diese Diskussion begrüsse.
Verschiedene grosse RZ-Betreiber - darunter Alphabet (Google), Microsoft und Amazon - gaben gegenüber "Reuters" bisher keinen Kommentar zum Moratorium ab.
Auch in der Schweiz haben Rechenzentren aufgrund von Nachhaltigkeitsbedenken einen schweren Stand. Zwar ist der saubere Strommix ein Standortvorteil, aber der Wasserverbrauch dürfte gemäss einer aktuellen Studie höher ausfallen, als ursprünglich gedacht. Lesen Sie hier mehr dazu.
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