Cyberkriminalität

Onlinehandel leidet vermehrt unter kriminellen Kunden

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von Andreas Huber und jor

Onlinehändler sehen sich zunehmend mit Betrug durch eigene Kunden, synthetische Identitäten und botgesteuerte Angriffe konfrontiert. Das zeigt eine aktuelle Analyse von mehr als 116 Milliarden Onlinetransaktionen.

(Source: Mohamed Hassan / Pixabay.com)
(Source: Mohamed Hassan / Pixabay.com)

Der US-Datenanalyseanbieter Lexis Nexis Risk Solutions hat für seinen Cybercrime-Bericht 2026 mehr als 116 Milliarden Onlinetransaktionen analysiert. Dabei stellte das Unternehmen einen Anstieg der weltweiten Betrugsrate um 8 Prozent fest.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Analyse zählt das Unternehmen den sogenannten Eigenbetrug durch Kunden. Mit einem Anteil von 38,3 Prozent war diese Betrugsform weltweit bereits das zweite Jahr in Folge die häufigste. In der EMEA-Region gingen sogar 51,7 Prozent aller gemeldeten Betrugsfälle auf eigene Kundinnen und Kunden zurück.

Mehr als jeder zehnte Betrugsfall (11 Prozent) betrifft mittlerweile Betrug mit synthethischen Identitäten, wie der Bericht festhält. Dies entspreche weltweit einem achtfachen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Da der Aufbau einer solchen Identität Monate dauern könne, spricht Lexis Nexis hier von einem "taktischen Wandel": Kurzfristiger Opportunismus werde durch langfristige Ziele ersetzt. 

Beim "Agentic"-Traffic war laut Bericht im Verlauf des Jahres 2025 ein Anstieg von 450 Prozent zu beobachten. Er habe vor allem im Zusammenhang mit Kreditkartenzahlungen und Anmeldungen auf Gaming- und Glücksspiel-Websites bestanden. Obwohl keine Anzeichen für böswillige Absichten vorlägen, würden diese Agenten langfristig eine neue Herausforderung für die Betrugserkennung darstellen. 

Lexis Nexis registrierte zudem 59 Prozent mehr schädliche Bot-Aktivitäten als im Vorjahr. Diese würden immer besser darin, sich als Menschen auszugeben und echte menschliche Handlungen zu imitieren. Dies könne selbst die neusten Tools zur Erkennung von Verhaltensbetrug täuschen. 

Starker Anstieg bei E-Commerce-Betrug und Kontenübernahmen

Auch E-Commerce-Plattformen und Online-Wettkonten stehen verstärkt im Visier von Betrügern. Im E-Commerce stieg die Angriffsrate gegenüber dem Vorjahr um 64 Prozent. Bei Gaming- und Glücksspiel-Websites verzeichnete die Analyse 2025 sogar einen Anstieg der globalen Angriffsrate um 76 Prozent.

Zudem zeigt der Bericht, dass die Angriffsrate in der EMEA-Region erstmals seit mehreren Jahren wieder deutlich zunahm. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um 27 Prozent. Als Hauptgrund nennt Lexis Nexis Versuche zur Kontoübernahme. Dabei nutzen Angreifer Schwachstellen bei der Authentifizierung digitaler Dienste aus.

"Betrug entwickelt sich im Gleichschritt mit der digitalen Innovation weiter", sagt Stephen Topliss, Vizepräsident für Betrugs- und Identitätsschutz bei Lexis Nexis. "Während Unternehmen ihre Abwehrmassnahmen kanalübergreifend verstärken, bauen Cyberkriminelle die Automatisierung aus, ändern ihre Taktiken und suchen nach allen möglichen Schwachstellen entlang der gesamten digitalen Customer Journey. Angreifer setzen zunehmend auf fortschrittliche Bots und KI-gesteuerte Tools, um menschliches Verhalten nachzuahmen und Abwehrmassnahmen mit beispielloser Geschwindigkeit und Genauigkeit zu testen."

 

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