ETH-Spin-off

Gravis Robotics erhält neues Kapital zur Automatisierung von Baumaschinen

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von Alexia Muanza und Übersetzung: René Jaun, nki

Gravis Robotics automatisiert mithilfe künstlicher Intelligenz schwere Baumaschinen. Die Anwendungsbandbreite reicht von Unterstützung der Maschinenführer bis hin zum autonomen Betrieb. In einer Finanzierungsrunde sammelte das ETH-Spin-off 200 Millionen US-Dollar ein.

(Source: Gravis Robotics)
(Source: Gravis Robotics)

Gravis Robotics gibt den Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde über 200 Millionen US-Dollar bekannt. Geleitet wurde diese von Softbank. Das Spin-off der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) will die Mittel nutzen, um den Einsatz seiner Automatisierungstechnologien auf Baustellen international auszuweiten und seine Engineering-Teams zu verstärken.

Gravis Robotics wurde 2022 gegründet und entwickelt KI-Technologien für Baumaschinen, insbesondere für Bagger. Deren Automatisierung muss mit einer Umgebung zurechtkommen, die sich im Verlauf der Arbeiten laufend verändert, sowie mit schwer vorhersehbaren Bodenbeschaffenheiten.

Für das Training seiner Modelle nutzt das Unternehmen nach eigenen Angaben Simulationen, die verschiedene Geländearten abdecken, von lockerem Lehm bis hin zu felsigem Boden. Dieses Training soll ermöglichen, die in der Simulation erlernten Verhaltensweisen auf reale Bedingungen zu übertragen. Das System nutzt zudem die Telemetriedaten der Maschinen, um auf physikalische Parameter wie den hydraulischen Widerstand, im Untergrund wirkende Kräfte oder die Bodenmechanik zu reagieren.

Eine Software für Maschinen verschiedener Marken

Kernstück des Systems ist das "Gravis Rack". Dabei handelt es sich um ein Kit für die autonome Steuerung, das das Unternehmen nach eigenen Angaben auf Maschinen verschiedener Hersteller installiert hat. Die Modelle berücksichtigen die jeweiligen Eigenschaften der unterschiedlichen Maschinen. Laut Gravis Robotics kann dieselbe Software dadurch sowohl einen Kompaktbagger als auch eine fünfmal grössere Maschine steuern, ohne dass eine spezifische Neuprogrammierung erforderlich ist.

Der Automatisierungsgrad variiert je nach Einsatzbereich. Mit Gravis Copilot bleibt der Maschinenführer in der Kabine und erhält unter anderem eine 3D-Führung in Echtzeit sowie eine Gefahrenerkennung. Im vollständig autonomen Modus kann er die Maschine verlassen und mehrere robotisierte Geräte überwachen. Mit dem System ausgestattete Maschinen sammeln während der Arbeiten zudem Daten, um Vermessungen und die Kartierung von Risiken zu automatisieren.

Gravis Robotics glaubt, dass seine Technologie die Produktivität auf Baustellen im Vergleich zu den besten Leistungen bei manueller Steuerung um bis zu 30 Prozent steigern und gleichzeitig die Sicherheit verbessern könne. Das Start-up gibt an, seine Systeme bereits bei Infrastrukturunternehmen auf vier Kontinenten eingesetzt zu haben.

 

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