Abo-Einnahmen reichen nicht aus

Update: OpenAI testet Werbeanzeigen in ChatGPT

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von Valentina Graziano und Chiara Binder und cka, rja

OpenAI testet Werbung in den kostenlosen und günstigeren Versionen - zunächst in den USA. Ausserdem bekommt ChatGPT einen eigenen Online-Übersetzungsdienst.

(Source: Timon / AdobeStock.com)
(Source: Timon / AdobeStock.com)

Update vom 19.01.2026: OpenAI hat angefangen, Werbung in ChatGPT einzubinden. Davon betroffen sind erstmals angemeldete User in den USA, die ChatGPT kostenlos oder mit dem Go-Tarif nutzen, wie das Unternehmen mitteilt. Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Abonnements erhalten keine Werbung. Die KI soll laut OpenAI ihre Objektivität und Vertrauenswürdigkeit behalten. Die Anzeigen seien klar vom Dialog getrennt und würden diesen auch nicht beeinflussen. Umgekehrt sollen User die Personalisierung von Werbeanzeigen abschalten und die für Werbung genutzten Daten löschen können.

OpenAI fügt zunächst Anzeigen am Ende der KI-Antwort,en ein, "wenn es ein relevantes gesponsertes Produkt bzw. eine Dienstleistung auf Basis des aktuellen Gesprächs gibt". Laut Mitteilung sollen keine Anzeigen in der Nähe von sensiblen oder regulierten Themen wie Gesundheit oder Politik erscheinen. 

Das Bild zeigt wo OpenAI die Werbung platzieren wird.

Werbung nach der KI-Antwort platziert. (Source: OpenAI)

Dieser Schritt stellt einen wesentlichen Strategiewechsel für das Unternehmen dar, das bislang auf Abonnements setzte. Laut "Reuters" zeige das den Druck, unter dem OpenAI stehe, seine Einnahmen zu steigern. Denn die Ausgaben für die Rechenzentren sind sehr hoch. Die Einführung von Werbung kann laut Analysten einerseits eine bedeutende Einnahmequelle sein, andererseits einige Nutzerinnen und Nutzer von ChatGPT verärgern und das Vertrauen senken, wie "Reuters" berichtet. Laut Emarkter Analyst Jeremy Goldman könnten User zur Konkurrenz wie Google mit Gemini und Anthropic mit Claud greifen.   

ChatGPT kann jetzt auch übersetzen

OpenAI lanciert zudem ChatGPT Translate. Der neue Übersetzungsdienst soll mehr als 50 Sprachen können, wie "Heise" berichtet. Ausserdem passe die KI die Übersetzungen an verschiedene Zielgruppen an. ChatGPT Translate ist bisher vorwiegend auf schriftliche Übersetzungen ausgelegt. Auf Smartphones über den mobilen Browser sei auch eine Spracheingabe verfügbar. 

Damit stehe OpenAI laut "Heise" mit dem Übersetzungsdienst noch am Anfang. Denn sein Konkurrent, Google Translate, habe fast 250 Sprachen auf dem Kasten und könne direkt Bilder, Dokumente oder Webseiten übersetzen. Zudem helfe eine integrierte KI den Usern beim Erlernen einer Sprache und biete einen intelligenten Echtzeit-Übersetzer an.
 

Originalmeldung vom 01.12.2025:

OpenAI plant wohl Werbung auf ChatGPT

Ein X-User will in der ChatGPT-Android-App Verweise auf Werbefunktionen des Dienstes gefunden haben. Der Fund deutet darauf hin, dass Werbefunktionen intern bereits aktiv von OpenAI getestet werden. Die geplante Werbung soll sich aber vorübergehend auf die Suchfunktion beschränken.

OpenAI führt anscheinend interne Tests mit Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT durch. X-User Tibor Blaho entdeckte nach eigenen Angaben in der ChatGPT-Android-App (Version 1.2025.329 Beta) Verweise auf eine "Anzeigenfunktion" mit "Basar-Inhalten", "Suchanzeigen" sowie "Suchanzeigen-Karussell".

Dies könnte die Web-Wirtschaft neu definieren, wie "Bleepingcomputer" berichtet. ChatGPT wisse mehr über die User als die Google-Suchmaschine. OpenAI könnte damit personalisierte Anzeigen in die Suchanzeige integrieren. Weiter schreibt das Nachrichtenportal, dass der Leak darauf hindeute, dass Anzeigen zunächst auf die Sucherfahrung beschränkt seien.

Wöchentlich nutzen rund 800 Millionen User ChatGPT, wie "Bleepingcomputer" berichtet - 2023 seien es noch 100 Millionen gewesen. Eine von OpenAI unterstützte Studie schätzt das wöchentliche Nachrichtenvolumen auf 18 Millionen Nachrichten; gemäss einer anderen Analyse liegt die Anzahl Seitenaufrufe zwischen fünf und sechs Milliarden pro Monat. Werbeanzeigen auf ChatGPT könnten somit lohnenswert sein für OpenAI.

In der Vergangenheit habe sich ChatGPT noch gegen Werbung gesträubt, berichtet "Mashable". Deswegen habe sich OpenAI für Abonnements als Einnahmequelle entschieden. Jedoch sei das Unternehmen damit nicht profitabel. In einem Podcast im Sommer 2025 sagte Sam Altman, CEO von OpenAI, bezüglich Werbung allerdings, dass er "nicht komplett dagegen" sei, wie "Mashable" weiter berichtet. Es sei schwierig, "Werbung richtig hinzubekommen" und "man müsste sehr vorsichtig sein, um es richtig zu machen".

 

Übrigens: OpenAI hat selbst analysiert, wozu User ChatGPT nutzen. Demnach steigen die Anfragen privater Natur gegenüber arbeitsbezogenen Anfragen auf einen Anteil von über 70 Prozent. Lesen Sie hier mehr dazu.

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