Bearbeitungskosten bei Mehraufwand

Weshalb man Anzeigen nicht mit KI schreiben sollte

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von Julia Meyer und jor

Bei den Behörden in der Schweiz gehen immer öfter KI-generierte Strafanzeigen ein. Beim Erstellen von Anzeigen durch KI ist jedoch Vorsicht geboten. Sie können zu einem Mehraufwand und dadurch zu höheren Kosten führen.

KI-generierte Anzeigen sind zwar sprachlich in Ordnung, jedoch oft zu ausführlich. (Source: Sasun Bughdaryan / Unsplash.com)
KI-generierte Anzeigen sind zwar sprachlich in Ordnung, jedoch oft zu ausführlich. (Source: Sasun Bughdaryan / Unsplash.com)

Immer öfter lassen Schweizer und Schweizerinnen ihre Strafanzeigen durch KI schreiben. Dies sei jedoch nicht immer unproblematisch und könne zu mehr Kosten führen, berichtet "SRF", das bei den Staatsanwaltschaften der Kantone Aargau und Solothurn nachgefragt hat.

Lukas Büttiker, stellvertretender Oberstaatsanwalt des Kantons Solothurn, erklärt gegenüber "SRF", dass die KI-generierten Strafanzeigen oft unnötig lang seien und viele Wiederholungen enthielten. Zudem seien die Beweisanträge häufig überflüssig oder unrealistisch. Erst kürzlich sei in Solothurn eine 55-seitige Strafanzeige eingegangen. Die Staatsanwaltschaft müsse bei solchen Anzeigen mehr Aufwand in die Bearbeitung investieren. Trotzdem nehme sie die Anzeigen ernst. 

An der Sprache und Struktur der Anzeigen sei nichts auszusetzen. Doch: "Wenn man Verfahren mit unzähligen Anträgen aufbläst, dann wird es aufwendiger. Die Arbeit der Staatsanwaltschaft wird damit grösser. Das wird dann bei Kosten berücksichtigt", sagt Büttiker gegenüber "SRF". 

KI-Anzeige kann teuer werden

Wenn die Anzeige ein Strafverfahren auslöse, müsse die Person, die sie erstattet hat, unter Umständen die Bearbeitungskosten tragen. Falls kein Verfahren entstehe oder das Gericht die beschuldigte Person freispreche, trügen die beteiligten Parteien die Kosten, erklärt Büttiker gegenüber "SRF". 

KI könnte beruhigen und von Anzeige abraten

Der Mediensprecher der Aargauer Staatsanwaltschaft, Adrian Schuler, sagt gegenüber "SRF", dass sich solche KI-generierten Anzeigen zurzeit in Grenzen hielten. Er sieht in KI aber auch Potenzial. "Ich halte es für möglich, dass KI eine gewisse Emotionalität berücksichtigt und den User abholt", sagt Schuler gegenüber "SRF". So könnte KI manche Personen davon abhalten, aus einer emotionalen Reaktion heraus Anzeige zu erstatten. 

 

Auch beim Generieren von Passwörtern ist Vorsicht geboten. Lesen Sie hier mehr zu KI-generierten Passwörter, und wieso diese nicht so sicher sind, wie sie aussehen. 

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