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Swiss Health Data Space – damit ­Gesundheitsdaten wirklich fliessen

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von Marco Heuberger, FMH

Das Schweizer Gesundheitswesen ist weitgehend digital, doch der Austausch zwischen den Systemen bleibt lückenhaft. Der Swiss Health Data Space soll diese Lücke schliessen. Entscheidend ist, dass Daten strukturiert, sicher und ohne Medienbrüche dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden.

Marco Heuberger, Experte Digitalisierung, FMH. (Source: zVg)
Marco Heuberger, Experte Digitalisierung, FMH. (Source: zVg)

Digitalisierung schafft nicht automatisch eine vernetzte Gesundheitsversorgung. Viele Leistungserbringer arbeiten heute mit digitalen Systemen, doch der Austausch bleibt lückenhaft. Informationen können oft nicht strukturiert weiterverwendet werden, sondern werden als Dokumente übermittelt oder müssen erneut erfasst werden. Genau hier setzt der Swiss Health Data Space (Swiss HDS) als zukünftiger Gesundheitsdatenraum an.

Gemeinsame Infrastruktur statt neue Insellösungen

Digisanté beschreibt den Swiss HDS als Daten- und Serviceinfrastruktur, die bestehende Fachdomänen vernetzt und durch gemeinsame Basisdienste ergänzt. Ziel ist ein standardisierter und automatisierter Datenaustausch. Entscheidend ist nicht ein weiteres digitales Instrument, sondern eine Infrastruktur, über die bestehende und künftige Anwendungen zusammenspielen können. Primärsysteme, das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD), E-Medikation und weitere Anwendungen müssen deshalb aufeinander abgestimmt werden.

Das E-GD dient der Ablage von Gesundheitsinformationen für Patientinnen und Patienten. Es ist jedoch weder eine digitale Krankengeschichte noch als Kommunikationsinstrument zwischen Gesundheitsfachpersonen konzipiert. Für den strukturierten Austausch zwischen Leistungserbringern braucht es eine geeignete Infrastruktur. Der Swiss HDS kann diese Verbindung schaffen und neue Insellösungen vermeiden.

Interoperabilität braucht gemeinsame Standards

Digisanté bezeichnet die Standardisierung als Grundvoraussetzung für Interoperabilität. Damit Informationen medienbruchfrei ausgetauscht und weiterverwendet werden können, müssen sie technisch übertragbar und inhaltlich eindeutig verständlich sein. Dafür braucht es schweizweit verbindliche Standards für Datenstrukturen, Schnittstellen und Terminologien. Für den Datenaustausch im Swiss HDS ist HL7 FHIR als technisches Fundament vorgesehen.

Ebenso wichtig sind gemeinsam nutzbare Basisdienste, eindeutige Identifikatoren und eine klare Governance. Verbindliche Regeln sowie hohe Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit bilden die Grundlage für einen vertrauenswürdigen Gesundheitsdatenraum.

Der Nutzen muss im Praxisalltag ankommen

Entscheidend ist, dass der Swiss HDS einen konkreten Mehrwert schafft. Leistungserbringer sollten relevante Informationen direkt in ihrem Primärsystem erhalten und weiterverwenden können, ohne zusätzliche Portale aufzurufen oder Daten erneut zu erfassen. Medikationsänderungen oder Informationen aus Austrittsberichten sollten strukturiert dort verfügbar sein, wo sie für die Behandlung benötigt werden. Der Datenaustausch muss sich nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Dafür ist die Abstimmung mit anderen nationalen Digitalisierungsprojekten zentral. Swiss HDS, E-GD, E-Medikation, E-Rezept und weitere Anwendungen müssen aufeinander abgestimmt werden und gemeinsame Standards und Basisdienste nutzen. Nur so lassen sich parallele Strukturen und neue Insellösungen vermeiden.

Der Erfolg des Swiss HDS wird sich daran messen, ob Gesundheitsinformationen im Versorgungsalltag einfacher verfügbar und nutzbar werden, mit weniger administrativem Aufwand und mit mehr Zeit für die Behandlung.

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eX3Fie9n