MSM Research

Das Wachstum im KMU-Markt schwächt sich 2019 etwas ab

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Auch wenn 2019 die ICT-Ausgaben von KMUs in der Schweiz nicht mehr auf dem Niveau des Vorjahres zulegen, sind die Aussichten mehrheitlich erfreulich. MSM Research geht davon aus, dass die Ausgaben um 4,6 Prozent steigen werden.

Die wirtschaftlichen Aussichten 2019 trüben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas ein. Der Konjunkturforschungsstelle KOF zufolge wirkt sich die Abschwächung der weltweiten Konjunktur seit 2018 negativ auf den Schweizer Markt aus. Darüber hinaus bremsen internationale Handelskonflikte und politische Unsicherheiten (Stichwort Brexit) die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Als Folge dieser Verlangsamung, die im neuen Jahr voraussichtlich anhalten wird, prognostiziert die KOF für 2019 ein BIP-Wachstum von 1,6 Prozent (2018: 2,6 Prozent). Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung der KMUs und die Wachstumsraten im Laufe des Jahres aktuellen Entwicklungen entsprechend angepasst werden könnten, rechnen wir mit einer weiter anhaltenden positiven Entwicklung der ICT-Ausgaben der KMUs.

Mit Blick auf die Unternehmensgrössenklassen und der vertikalen Ausrichtung präsentiert sich der KMU-Markt als ein sehr heterogenes Gebilde. Drei von vier KMUs verdienen ihr Geld mit Dienstleistungen (z. B. Detailhandel, Grosshandel, Gastronomie,Telekommunikationsdienste), wobei mehr als 50 Prozent aller Unternehmen Einzelunternehmen sind und über 90 Prozent aller Unternehmen weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen. Damit dominieren Mikro- und Miniunternehmen, was deren Anzahl betrifft, den Schweizer Markt. Nicht ganz so hoch fällt der Anteil der ICT-Ausgaben aus. Auf die Kleinunternehmen (bis 9 Mitarbeiter) entfallen lediglich 19 Prozent aller ICT-Ausgaben der kleinen und mittleren Unternehmen.

Durchschnittlich 51 Millionen Franken pro Arbeitstag

Insgesamt, so unsere aktuelle Prognose, werden die KMUs 2019 12,15 Milliarden Franken für ihre ICT ausgeben. Auf einen einzelnen Arbeitstag umgerechnet sind dies durchschnittlich rund 51 Millionen Franken oder 65 Prozent aller ICT-Ausgaben, einschliesslich Grossunternehmen.

Wesentlich zum weiteren positiven Anstieg der ICT-Gesamtausgaben im KMU-Markt tragen die Dienstleistungen, inklusive Cloud-Services und Individual-Software, bei. Diese werden 2019 um markante und für entsprechend erfolgreich positionierte Provider und Dienstleister erfreuliche 10 Prozent zulegen. Dies zulasten der traditionellen Marktsegmente der Hardware, Software (on Premise) und Kommunikation, die alle rückläufige Wachstumsraten aufweisen. Wie im letzten Beitrag berichtet, ist es der Paradigmenwechsel im Bereich des ICT-Betriebs, das heisst die zunehmende Verlagerung des Betriebs hin zu externen Dienstleistern, der das derzeitige Wachstum antreibt. Wir gehen davon aus, dass 2019 die Ausgaben für den traditionellen ICT-Eigenbetrieb (on Premise) der KMUs um annähernd 10 Prozent sinken, während sie für externe Managed und Cloud-Services um rund 17 Prozent zulegen werden.

Welchen Verlauf auch immer die wirtschaftliche Entwicklung nehmen wird, die grosse Mehrheit der KMUs dürfte in der Lage sein, sich darauf entsprechend einzustellen. Und im Vergleich zu den grossen Unternehmen entscheiden sie mit Blick auf wirtschaftliche Veränderungen schneller und pragmatischer und passen Ausgaben und Investitionen rasch und agil an sich abzeichnende, veränderte Verhältnisse an.

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