Amazon: Wer zahlt, wird empfohlen

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Der grösste Online-Buchladen Amazon.com will in Zukunft Geld von Verlegern akzeptieren, die sich auf diese Weise eine grössere Publizität für ihre Bücher erhoffen. Das System funktioniert dabei so, dass sich ein Verleger mit Geld die Chancen verbessern kann, dass seine Bücher als Amazon-Buchtipp bestehenden Kunden vorgeschlagen werden. Amazon betonte, dass die letzte Entscheidung, ob ein Buch rezensiert wird, immer noch beim Redaktor liege. Trotzdem ist das System Geld für Kritik auf harsche Kritik aus den unterschiedlichsten Lagern gestossen. Befürchtet wird weitherum, dass die Grenze zwischen neutraler Kritik und Werbung für ein Buch nun endgültig Geschichte sei. Aber auch kleinere Verleger, die sich keine gekauften Kritiken leisten können, zeigten sich empört über das neue Modell. In der Zwischenzeit hagelt es Kritik für Amazon auch aus den eigenen Reihen – allerdings aus einem anderen Grund. Rund 50 Mitarbeiter legten ihre Arbeit nieder und begaben sich auf einen 15-minütigen Protestmarsch. Damit protestierten sie gegen die ihrer Meinung nach ungenügenden Abfindungen, die Amazon ihren bereits entlassenen Mitarbeitern zahlen will. Amazon köderte ihre Mitarbeiter mit einem Papier, dass den Entlassenen bessere finanzielle Konditionen zubilligen würde. Gleichzeitig würden sie mit ihrer Unterschrift aber auch ihre eigenen Rechte beschneiden, beispielsweise Amazon wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder rassistischer Diskriminierung einzuklagen. Die Gewerkschaft für Technologie-Arbeiter riet den Amazon-Mitarbeitern von einer Unterschrift ab.