Apple verklagt HTC wegen Patentverletzung - Gefahr für Kunden?

Uhr | Aktualisiert
von christian.walter@netzwoche.ch
Apple verklagt den taiwanesischen Smartphone-Hersteller HTC wegen Patentverletzung in 20 Fällen. Die Bandbreite der Verstösse umfasse dabei Bedienung, Konstruktion und Hardware des iPhone. Genauere Angaben machte Apple allerdings nicht. Die Klage ging gleichzeitig an die amerikanische Handelsaufsicht International Trade Commission (ITC) und ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware. Insider vermuten in der Klage unter anderem eine Reaktion auf die neuesten Software-Updates bei Googles Nexus One, das auch von HTC hergestellt wird. Seit Anfang des Monats ermöglichen diese nämlich Multi-touch-Gesten wie "Pinch to zoom", die es anfangs nur auf dem iPhone gab. Mittlerweile bieten neben Apple allerdings gleich mehrere Hersteller das Feature an, unter anderem HTC, Motorola und Palm. Ob Apple wirklich ein Patent auf "Pinch to zoom" besitzt, ist in Fachkreisen umstritten. Sollte HTC den Prozess verlieren, könnten die Konsequenzen hart sein, vor allem für die Nutzer. Es ist nämlich durchaus denkbar, dass HTC gezwungen wird, alle davon betroffenen Smartphones per Over-the-air-Update zu sperren oder deren Funktionalität einzuschränken. Dies sagte zumindest der Harvard Juraprofessor Jonathan Zittrain gegenüber der New York Times und verwiess auf den Fall der Firma Echostar. Das Unternehmen hatte einen ähnlichen Prozess verloren und war gezwungen worden, diverse Funktionen seiner Produkte via Update abzuschalten.