Chip-Zulieferer ruft zu Lohnverzicht auf

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Der Halbleiter-Zulieferer Wacker-Chemie mit Sitz in München ruft seine Mitarbeiter zum teilweisen Lohnverzicht auf. Gemäss einem Bericht des Magazins Focus hat das Management von Wacker-Chemie die Belegschaft darüber informiert, dass das Unternehmen über Lohnsenkungen zu einer Reduzierung des gesamten Personalaufwands kommen müsse. Die Senkung soll bis zu zehn Prozent betragen und soll zeitlich befristet sein. Nur so liessen sich in der nächsten Zeit Entlassungen vermeiden. Wacker-Chemie gehört weltweit zu den grössten Zulieferern der Halbleiterindustrie. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr vor allem dank der Halbleitersparte Rekord-Ergebnisse erzielt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verbesserte sich um mehr als 67 Prozent auf 388 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 3,06 Milliarden Euro. Wacker-Chemie beschäftigt 13,500 Mitarbeiter in Deutschland (weltweit 17,600) und gehört zu 49 Prozent dem Chemieriesen Hoechst und zu 51 Prozent der Familie Alexander Wacker. Bereits vor zwei Wochen hatte Hewlett-Packard (Deutschland) mit einer ähnlichen Nachricht überrascht. Damals wurde mitgeteilt, ein grosser Teil der Mitarbeiter in Deutschland verzichteten freiwillig auf Gehalt oder Urlaub, um dem Unternehmen zu helfen. Schon damals sprachen Gewerkschaften und Kritiker von einem kurzsichtigem Lohndumping. Wenn die ehrgeizigen Wachstumsziele nicht erreicht würden, so sei dies noch kein Grund, die Lohnempfänger um die Früchte ihrer Arbeit zu bringen.