Die SRG gibt die Nutzungsforschung elektronischer Medien an unabhängige Stiftung ab
Gestern Abend wurde in Bern die Stiftung Mediapulse gegründet. Die Stiftung ist in Zukunft für die Nutzungsforschung der elektronischen Medien zuständig und übernimmt die Aufgaben des ehemaligen SRG Forschungsdienstes. Damit wird die Radio-, TV- und Internet-Nutzung in der Schweiz nicht mehr von der SRG SSR idée suisse erhoben, sondern von der unabhängigen Mediapulse, so wie das am 1. April in Kraft getretene neue Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) vorschreibt.
Stiftungspräsident ist der ehemalige NZZ-Verlagsdirektor Marco de Stoppani. Der Stiftungsrat besteht aus 18 Mitgliedern, die aus den drei gleichberechtigten Kreisen der SRG, privaten Veranstaltern und der Werbewirtschaft kommen. Die bereits aktive Mediapulse AG (Nachfolgerin des SRG Forschungsdienstes) wird eine hundertprozentige Tochter der Stiftung sein. Verwaltungsrat der Mediapulse AG wird de Stoppani, zudem sollen je zwei Stiftungsräte aus jedem der drei Kreise im Verwaltungsrat sitzen. Die Wahlen sollen im Mai vorgenommen werden. Die Mediapluse AG ist ebenfalls am neu gegründeten Internetforschungsunternehmen Net-Metrix beteiligt. Details zu dieser Gründung lesen Sie in der aktuellen Netzwoche 16.
Wie die SDA schreibt, hat die Stiftung ein Vermögen von 50'000 Franken und erhält für ihre Arbeit jährlich zwei Millionen Franken aus den Empfangsgebühren. Eine dringliche Frage, die der Stiftungsrat nun lösen muss, ist die Zukunft der SRG-Tochter Publica Data. Ihre Aufgabe ist die Erhebung der Nutzung von elektronischen Radio-, TV- und Internetmedien in der Schweiz und in Liechtenstein. Gegenüber der SDA sagte de Stoppani einzig, die Sache sei heikel.
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