Geberit-CIO zu SAPs "Machtmissbrauch", Outsourcing und warum IT Firmen nicht revolutionieren kann
Im grossen Interview mit der Netzwoche nimmt Geberit-CIO Eric van den Berg deutlich Stellung zum Supportstreit zwischen SAP und dessen Schweizer Mittelstandskunden: „Für mich handelt es sich um einen klaren Fall von Missbrauch der Kundenabhängigkeit.“ Auch der Schweizer Anbieter für Sanitärtechnik sei von SAPs Preisaufschlag auf den Wartungsverträgen betroffen, so van den Berg.
Im Weiteren gibt van den Berg Auskunft über das ihm zur Verfügung stehende Budget und wie er dieses einsetzt. Insgesamt stehen dem Geberit-CIO rund 1,3 Prozent des Firmenumsatzes zur Verfügung. Dies entsprach 2008 gut 33 Millionen Franken, was in den Worten van den Bergs „ziemlich unter dem Industriedurchschnitt“ ist. Um Kosten zu sparen, setzt der CIO aber nicht auf Outsourcing, sondern auf eine klare Fokussierung der IT-Architektur auf drei Kernsysteme: Catia in der Produktentwicklung und bei den Produktionstools, Lotus Notes bei der Collaboration und SAP bei den meisten anderen Prozessen. Zudem verfolgt Geberit umfangreiche Virtualisierungsprojekte, die dem Unternehmen ebenfalls Einsparungen einbringen sollen.
Trotz des schmalen Budgets sieht der gebürtige Holländer auch Möglichkeiten, Innovation zu zeigen: „Es gibt sehr viele Möglichkeiten, innovativ zu sein und mit relativ geringem Aufwand und Kosten einen positiven Impact aufs Business zu erzeugen.“ Letztlich aber verdiene Geberit sein Geld mit Sanitärsystemen und nicht mit IT. „IT ist für Geberit ein sehr wichtiges Asset, aber ich glaube nicht, dass in einem Industrieunternehmen wie Geberit die IT das Business so entscheidend revolutioniert, wie dies zu Dotcom-Zeiten gemeinhin proklamiert wurde.“
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