Glasfaserausbau: Bernd Schips verlangt mehr Sicherheit für Privatinvestoren
Sunrise erhält Schützenhilfe von Bernd Schips, von 1993 bis 2005 ordentlicher Professor für Nationalökonomie an der ETH Zürich und dort Leiter der Konjunkturforschungsstelle. So wie sich die Situation im Moment darstelle, sei sie für die alternativen Telekomanbieter unbefriedigend, Investitionssicherheit sei derzeit nicht vorhanden, so Schips gestern Abend im Rahmen des Sunrise Profitalks. Kernproblem: Die Swisscom baut ihr Glasfasernetz aus, wird dort wieder eine Monopolstellung erlangen und es gibt zur Zeit keine genügende gesetzliche Grundlage, um den alternativen Anbietern einen diskriminierungsfreien Zugang zu garantieren. Schips lehnt insbesondere Swisscoms Vier-Fasern-Modell ab. Volkswirtschaftlich sei der Aufbau eines solchen Netzes ineffizient. Auch das Argument der Swisscom, man werde hochsensible Dienste, etwa für Banken, nur dann sicher anbieten können, wenn man über eine eigene Leitung verfüge, lässt er nicht gelten. Ein solches Angebot lasse sich, bei ausreichender Standardisierung, sehr wohl auch auf der Diensteebene realisieren – immerhin sei dies heute auch über das Kupferkabel möglich. Er sieht im Bestreben der Swisscom politische Ziele: Mit dem Ausbau von vier Fasern und dem Exklusivnutzungsrecht auf einer Faser, werde Swisscom wiederum die Möglichkeit haben, Kosten auf andere Marktteilnehmer abzuwälzen. Dass dieses Vorgehen aus Sicht der Swisscom wirtschaftlich sinnvoll ist, sei klar. Schips plädiert daher für eine schnelle Änderung des Fernmeldegesetzes und unter anderem für einen Wechsel von der geltenden Ex-Post- zur Ex-Ante-Regulierung.
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