Empower Conference

Wo Unternehmen den heiligen Gral der KI-Transformation finden

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von Tobias Seefeld und dwi

An der Empower Conference drehte sich alles um künstliche Intelligenz. Actvide-Gründer Damir Bogdan sprach in seiner Keynote darüber, wie man neue Technologien produktiv nutzen kann. Er ging dabei auf die Notwendigkeit ein, Prozesse neu zu designen - und darauf, was die Schweiz von China lernen kann.

Damir Bogdan hielt die Keynote an der Empower Conference. (Source: Netzmedien)
Damir Bogdan hielt die Keynote an der Empower Conference. (Source: Netzmedien)

Am 27. August 2026 ging die Empower Conference in der Swiss Life Arena in Zürich Altstetten über die Bühne. Mit der Titelmusik aus "Indiana Jones" begrüsste David Schneider, CTO und Partner von Isolutions, die Gäste im Auditorium. Die KI-Transformation sei aktuell so etwas wie der heilige Gral, sagte er: "Viele Unternehmen suchen heute nach Wegen, die KI-Transformation effektiv anzugehen und KI zu verwenden, um das Geschäft nachhaltig zu verändern." Und auch wenn der Gral noch nicht gefunden sei, so gebe es doch viele Hinweise darauf, wo er sein könnte - und diese gelte es an der Empower Conference zu diskutieren und miteinander zu teilen.

Damit übergab Schneider das Wort an Damir Bogdan, Gründer und CEO des IT-Beratungsunternehmens Actvide sowie Gründer und Chief Strategy & Alliance Officer von Quantumbasel. Er begann seine Keynote mit einem 40 Jahre alten Zitat von Robert Solow: "Man kann das Computerzeitalter überall sehen, ausser in den Produktivitätsstatistiken." Genauso sei es heute mit KI: "Es wird viel in KI investiert, aber diesen Investitionen mangelt es noch an Effizienz", sagte Bogdan.

Das Problem mit den Pilotprojekten

Alle wollen etwas mit KI machen und starten entsprechende Pilotprojekte, aber die meisten davon scheitern an mangelnder Effizienz. "Wenn man einen schlechten Prozess digitalisiert, hat man danach einen schlechten digitalisierten Prozess", sagte Bogdan, und mit KI sei es genau dasselbe. Deshalb dürfe man die Technologie nicht einfach auf die alten Prozesse klatschen, sondern man müsse die Prozesse von Grund auf neu aufbauen.

Er veranschaulichte dies mit einem Blick zurück: Als die Elektrizität aufkam, reichte es nicht, in der Fabrik eine Glühbirne zu installieren - man musste die ganze Fabrik neu designen und die Maschinen elektrifizieren, wenn man die Produktivität steigern wollte. Dieselbe Entwicklung fand später wieder statt, beim Aufkommen von Robotern, Computern und dem Internet: Jedes Mal wurden die Prozesse den Innovationen angepasst und nicht umgekehrt.

Der Blick nach Ostasien

Er sei dieses Jahr in China und Südkorea gewesen, erzählte Bogdan, und dort habe er die Früchte der KI-Innovationen gesehen: Smartbrillen, intelligente Abfalleimer und Zugtickets, die einem sagen, wo man auf dem Perron warten soll, damit man dann bei der richtigen Tür steht. Diese und weitere Dinge, die uns wie Science Fiction vorkommen, seien dort bereits Realität. Das sei möglich, weil die verschiedenen Akteure in chinesischen Unternehmen gut aufeinander abgestimmt seien, wodurch die Effizienz steige.

Auch wir hätten das Talent, die wissenschaftlichen Grundlagen und das nötige Geld, sagte Bogdan, aber diese Dinge seien in der Schweiz noch nicht aufeinander abgestimmt. Die Schweiz sei zu fragmentiert, sie müsse sich nach aussen als ein einziger Innovationsstandort präsentieren.

Zudem soll sich die Schweiz laut dem Referenten auf etwas fokussieren, das sie als kleines Land stemmen kann. Das sei nicht etwa die Entwicklung von neuen KI-Modellen, sondern die sogenannte "Edge AI": kleine KI-Modelle, die direkt auf dem Endgerät betrieben werden. Da sieht Bogdan das grösste Potenzial für die Schweiz, wenn wir dafür vertrauenswürdige Lösungen entwickeln. Doch das ginge nur unter einer Bedingung, wie er zum Schluss betont: "Wir müssen schnell sein, wir müssen schnell sein und wir müssen schnell sein."

 

Während Unternehmen KI in allen Prozessen haben wollen, wünscht sich die Schweizer Bevölkerung eine Zukunft mit weniger KI. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Monda Futura und GFS.Bern, wie Sie hier lesen können.

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