Harnweglyrik

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Besuche in stillen, aber öffentlichen und damit rege frequentierten Örtchen dienen nicht nur zur Regulierung des Stoffwechsels. Toiletten dieser Couleur sind literarische Treffpunkte, wo sich angehende Agit-Prop-Prahlhanse und verquere Limerick-Lümmel ein Stelldichein geben. An schmierigen Urinal-Kacheln werden dort kleine linguistische Cluster wie Hüpft der Bulle auf den Schwan, handelts sich um Rinderwahn oder No brain, no pain gekritzelt, in der stillen Hoffnung auf baldige Besprechung im geistreichen Literarischen Quartett. Nun sind diese Bestseller-Kacheln virtualisiert worden, um der Harnweglyrik den nötigen Schub zu versetzen.