Kanton Bern rechnet mit IT-Kosten von über 610 Millionen Franken
Die Informatikkosten des Kantons Bern steigen weiter an. Für die Jahre 2027 bis 2029 beantragen die Behörden Rahmenkredite von 488,8 Millionen Franken, dazu kommen noch 121 Millionen Franken für die ICT-Grundversorgung. Besonders bei der Finanzdirektion nimmt der IT-Aufwand zu.
Der Kanton Bern benötigt mehr Geld für Informatikprojekte. Für die Jahre 2027 bis 2029 beantragen die bernischen Behörden ICT-Rahmenkredite in der Höhe von 488,8 Millionen Franken, wie die Finanzkommission mitteilt. Das sind 102 Millionen Franken mehr als die 386,5 Millionen Franken, welche die Direktionen für die laufende Dreijahresperiode (2024 - 2026) benötigten.
Mit diesen Rahmenkrediten finanzieren die Berner Behörden ihre Fach- und Konzernapplikationen. Nicht Teil der genannten 488,8 Millionen Franken ist die vom Kantonalen Amt für Informatik und Organisation (Kaio) erbrachte ICT-Grundversorgung. Für diese weist die Finanzkommission separat Kosten von 121,2 Millionen Franken aus, womit sich ein Total von ungefähr 610 Millionen Franken ergibt. Im Vergleich zur laufenden Dreijahresperiode steigen die Kosten laut der Finanzkommission um 16,9 Prozent.
Die grösste Zunahme verzeichnet die Finanzdirektion mit rund 49,7 Millionen Franken (ein Plus von 67,1 Prozent). Die Steigerung sei auf die höheren Betriebskosten von SAP in der Finanzverwaltung und grössere Digitalisierungsvorhaben bei der Steuerverwaltung zurückzuführen, erklärt die Finanzkommission. Insgesamt beantragt die Direktion 123,8 Millionen Franken - der höchste Betrag in der von der Kommission verschickten Auflistung.
Dahinter folgt die Kantonspolizei mit einer Zunahme um rund 24,1 Millionen Franken (Plus 24,5 Prozent) und einem Total von 122,2 Millionen Franken. Die Behörde verzeichne Kostensteigerungen im Bereich der Basisinfrastruktur und aufgrund der Übernahme von MS-Office-Lizenzen vom Kaio.
Prozentual besonders stark steigt der Kredit der Staatskanzlei, nämlich um 119 Prozent auf 14,9 Millionen Franken. Sie verantworte die Umsetzung der KI-Stossrichtung der kantonalen Strategie Digitale Verwaltung und ICT, erklärt die Finanzkommission. In der Mitteilung nennt sie ausserdem die drei Direktionen, die für die kommenden 3 Jahre weniger Mittel beantragen als in der laufenden Periode. Die Direktion für Wirtschaft, Energie und Umwelt (WEU) benötigt demnach 24,2 Millionen Franken, die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion braucht 36,9 Millionen und die Bildungs- und Kulturdirektion 19,4 Millionen Franken.
Das Berner Parlament wird sich in der Wintersession mit den beantragten Krediten befassen.
Zu den ICT-Rahmenkrediten für Fach- und Konzernapplikationen gebe es verschiedene Auflagen, erklärt die Finanzkommission. Angesichts der steigenden Kosten will sie jedoch die Transparenz über laufende Vorhaben und die Zusammenarbeit verbessern. In der Mitteilung erwähnt sie in dem Zusammenhang die Konferenz Digitale Verwaltung und Informatik (KDI), in der alle Direktionen, das Kaio und die Kantonspolizei vertreten sind. Deren Rolle, schreibt die Finanzkommission, solle künftig gestärkt werden, insbesondere "im Fall von unterschiedlichen Einschätzungen zu Weiterentwicklungen und neuen Vorhaben".
Wie der Kanton Bern IT-Projekte besser steuern kann, untersuchte der Regierungsrat im Frühling dieses Jahres. Wo er Verbesserungspotenzial sieht, lesen Sie hier.
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