IBM gibt 500 Software-Patente frei: Gute Tat oder Effekthascherei?

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Der Informationstechnologie-Riese IBM hat angekündigt, 500 Patente für die ungehinderte Nutzung durch Software-Entwickler frei zu geben. Der für geistiges Eigentum zuständige Vize-Präsident bei IBM Jim Stallings erklärte, mit der Freigabe wolle IBM andere Firmen ermutigen, ihr geistiges Eigentum ebenfalls zur allgemeinen Verwendung verfügbar zu machen. Es könne dann als gemeinschaftliches Gut verwaltet und weiterentwickelt werden. Die Patente beziehen sich unter anderem auf die Bereiche Bildverarbeitung, Datenbank-Verwaltung und Netzwerke. Gemäss IBM handelt es sich um die mit Abstand grösste Freigabe von Patenten in der Geschichte der USA. Während die amerikanische Non-Profit-Organisation Open Source Development Labs (OSDL) den Schritt von IBM begrüsst, kritisiert die paneuropäischen Kampagne NoSoftwarePatents.com die Ankündigung als "billige Effekthascherei". In Europa sei IBM eine treibende Kraft hinter der ständigen Ausweitung der Patentierung von Software. "Wenn IBM sich hier schon profilieren will, dann sollten erstmal das aggressive Patentlobbying von IBM in der EU und das schamlose Abkassieren von Mittelständlern durch die IBM-"Patentsteuer" unterbleiben", erklärt Florian Müller, Leiter der Kampagne. IBM wurden allein im vergangenen Jahr 3'248 US-Patente zugesprochen, das zwölfte Jahr in Folge mehr als jedem anderen Unternehmen. Insgesamt soll IBM über rund 40'000 Software-Patente verfügen.