Kaufangebot für Napster - bald nur noch Porno?
Nachdem Napster nicht von Bertelsmann übernommen wird, findet die geschlossene Musiktauschbörse anscheinend neue Interessenten aus - ähem - anderen Bereichen: Nach eigenen Angaben hat der spanische Pornografie-Produzent Private Media Group ein Angebot zur Übernahme der sterblichen Reste Napsters eingereicht. Für eine Million eigener Aktien im Wert von 2,4 Millionen Dollar wollen die Katalanen das Markenzeichen Napster und die Domain Napster.com kaufen. Dass Private unter Napster.com keine Songs anbieten will, liegt auf der Hand: Die Spanier planen ein Angebot von qualitativ hochstehenden und kostenpflichtigen Inhalten, wollen aber auch den kostenlosen Austausch von Pornografie zwischen den Usern weiterhin ermöglichen. Gleichzeitig äussern sich die Verantwortlichen bei Private besorgt über die Verletzung von Urheberrechten und Jugendschutzbestimmungen in P2P-Umgebungen. 35 Prozent der aus Tauschbörsen heruntergeladenen Inhalte, so schätzt Private, seien pornografischer Natur. Wie das Unternehmen diese Besorgnis mit dem geplanten Engagement unter einen Hut bringen will, legte Privat nicht dar, sondern verweist lediglich auf seine 37jährige juristische Erfahrung in solchen Angelegenheiten. Eine Stellungnahme von Napster zu diesem unmoralischen Angebot liegt bisher noch nicht vor. Der Konkurverwalter Rick Chance von der Investmentbank Trenwith Securities Group unterstrich gegenüber dem Wall Street Journal jedoch, dass ein etwaiger Kaufpreis nicht unter 6 Millionen Dollar zu stehen komme.
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