KaZaA hat mehr europäische als US-amerikanische Nutzer

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Im Monat Oktober 2003 besuchte einer von zehn Europäern mindestens einmal die Musiktauschbörse KaZaA. 9,6 Prozent aller europäischer Internet-Nutzer respektive 9,35 Millionen Europäer nutzten eine Applikation von KaZaA oder besuchten die entsprechende Website. Zum Vergleich: In den USA waren es 8,24 Millionen mit einem Nutzeranteil (Reichweite) von 6,5 Prozent. Somit nutzen neuerdings mehr Europäer als Amerikaner die Online Tauschbörse KaZaA. Dies meldet MMXI Switzerland in Zusammenarbeit mit Nielsen//NetRatings. Vor Jahresfrist, im Oktober 2002, surften noch 11,5 Millionen Amerikaner auf KaZaA. Die Nutzungsspitze mit 15,7 Millionen amerikanischer Besucher erreichte die Website im März 2003. Der rasante Verlust an US-Nutzern von KaZaA verläuft parallel zu diversen Initiativen der Musikbranche, dem kostenlosen Tauschhandel einen Riegel zu schieben. "Anfang 2003 begann die Musikindustrie individuelle File-Tauscher mit rechtlichen Schritten zu verfolgen und legale Musik-Download-Dienste einzuführen", erklärt Urs Wolfensberger, Managing Director von MMXI Switzerland. "Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass einzelne Nutzerinnen und Nutzer von KaZaA zu legaleren Angeboten gewechselt haben. Das sind beispielsweise kleinere Dienste wie KaZaA Lite oder private Tauschzirkel unter Freunden." Der entscheidende Erfolgsfaktor für europäisches File-Sharing sieht Wolfensberger im Breitband. "Die Länder mit der höchsten Nutzerdichte wie Spanien, Frankreich und die Niederlande sind zugleich auch führend bei den Breitband-Anschlüssen", so Wolfensberger. "Sobald grosse Länder wie Grossbritannien und Deutschland aufschliessen, wird das Phänomen File-Sharing in Europa nochmals zulegen." Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen im weiteren, dass 43 Prozent aller Europäerinnen und Europäer mindestens eine von vier "Schlüssel-Applikationen" der Mediendienste des Internets besuchten. Neben KaZaA sind dies RealOne/RealPlayer, WinAmp und Windows Media Player. Die Schweiz liegt in diesem Vergleich schön im europäischen Durchschnitt: Hierzulande waren es 43,4 Prozent, welche die Schlüsselapplikationen nutzten.